Anton Gavel (r.) spielt seit 2009 bei den Brose Baskets Bamberg © getty

Vor dem Moskau-Spiel spricht Anton Gavel bei SPORT1 über die Partie, das Duell mit Teodosic und Bayerns Verpflichtung von Pesic.

Von Rainer Nachtwey

München/Bamberg - Für die Brose Baskets Bamberg ist es der Aufgalopp in die entscheidende Phase der Euroleague.

Nach den jeweils zweimal verlorenen Duellen mit dem FC Barcelona und Besiktas Istanbul bleibt dem deutschen Double-Gewinner nur noch gegen ZSKA Moskau (ab 20.45 Uhr im LIVESTREAM und ab 21 Uhr LIVE auf SPORT1+) die Chance, gegen eine der drei Topmannschaften einen Sieg zu entführen.

Denn damit würden sie vor den schon zu einer Art Ausscheidungsspielen verkommenen Begegnungen gegen Lietuvos Rytas Vilnius und Partizan Belgrad für eine richtig gute Ausgangslage in der Sechser-Gruppe sorgen, aus der die ersten Vier in die Top 16 aufsteigen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Wir haben in den letzten Jahren immer eine Top-Mannschaft schlagen können - vor allem zuhause. Das wollen wir natürlich wiederholen", gibt Anton Gavel bei SPORT1 die Marschroute gegen ZSKA um Staraufbauspieler Milos Teodosic vor.

Im SPORT1-Interview spricht der Point Guard über die Bedeutung der Begegnung gegen Moskau, sein Privatduell mit Teodosic und Bayerns Verpflichtung von Svetislav Pesic.

SPORT1: Herr Gavel, das Hinspiel ging gegen ZSKA Moskau knapp verloren. Was müssen die Brose Baskets besser machen, damit es diesmal zu einem Sieg reicht?

Anton Gavel: Dafür müssen wir 40 Minuten im Spiel bleiben. Wir haben in Moskau ein ziemlich gutes Spiel abgeliefert, aber eben nicht über die kompletten 40 Minuten. In den letzten fünf Minuten haben wir das Spiel aus den Händen gegeben. Das müssen wir auf jeden Fall ändern.

SPORT1: Coach Fleming hatte zu Saisonbeginn gesagt, dass sich zu viele auf Bostjan Nachbar verlassen. Zuletzt waren Sie Topscorer gegen Besiktas. Ist es Ihr Ziel, zweite Kraft neben Nachbar zu werden?

Gavel: Bostjan ist zusammen mit Casey (Jacobsen) unser erfahrenster Spieler, aber bei uns kann jeder punkten. Natürlich ist Boki unsere erste Option, was die Punkte angeht, aber wir alle wollen ihm die Unterstützung geben und da ist es egal, wer punktet. Wichtig ist nur, dass wir Siege einfahren und in die Top 16 einziehen.

SPORT1: Bei John Goldsberry läuft es nach seiner schweren Verletzung noch nicht so rund. Verspüren Sie dadurch mehr Druck?

Gavel: Nein, mit dem Druck komme ich gut klar. Wir alle kommen damit gut zurecht. Wir konzentrieren uns darauf, dass wir mindestens zwei der letzten drei Spiele gewinnen und dafür werden wir alles tun.

SPORT1: Sie haben gerade die beiden abschließenden Spiele gegen Vilnius und Belgrad angesprochen. Ist die Partie gegen Moskau eine Art Generalprobe für die beiden wichtigen Spiele?

Gavel: Nein, denn das ist ein besonderes Spiel für jeden von uns, für die Stadt und den Klub sowieso. Man kann nicht jeden Tag gegen einen solchen Topklub wie ZSKA spielen. Wir wollen das Spiel gewinnen, um eine bessere Ausgangslage für die letzten beiden Spiele zu haben. Es kommt sicherlich auf die letzten beiden Spiele an. Aber ein Sieg gegen Moskau wäre schon ein Schritt Richtung Top 16.

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SPORT1: Moskaus Teodosic gilt als Provokateur. Wie werden Sie seinem ganzen Trash Talk gegenüberstehen?

Gavel: Ich habe dieses Jahr mit der Nationalmannschaft gegen ihn gespielt. Aber da kam wenig von ihm. Er ist ein wahnsinniger Spieler, also im positiven Sinn natürlich, der die Gegenspieler eher mit seinen Leistungen entnervt. Er hat schon so viel in Europa erreicht. Ich freue mich einfach auf das Duell mit ihm. Aber selbst wenn er mit Trash Talk ankommen würde, hätte ich kein Problem damit.

SPORT1: In der Liga läuft es sehr gut, da wurde zuletzt auch das enge Spiel gegen Bayern gewonnen. Was fehlt den Brose Baskets noch, damit es auch in der Euroleague gegen solche Gegner klappt?

Gavel: Wir haben zwar die letzten Jahre viele enge Spiele verloren, aber dieses Jahr gab es diese Spiele für uns kaum. Uns fehlt nicht viel. Vielleicht muss der Ball einfach mal für uns fallen. Deswegen wäre es auch gut, wenn wir gegen Moskau ein knappes Spiel hätten, das wir dann gewinnen würden.

SPORT1: Am Dienstag hat ja Svetislav Pesic bei Ihrem Liga-Konkurrent FC Bayern den Cheftrainer-Posten übernommen. Werden die Bayern jetzt der erwartet schwere Gegner? Bisher haben sie es ja nicht gezeigt.

Gavel: So groß überrascht hat mich das jetzt nicht. Ich glaube, dass viele Basketball-Insider schon mit diesem Schritt gerechnet haben, sollten die Bayern einen neuen Trainer suchen. Auf jeden Fall macht er sie dadurch noch stärker. Egal wo Pesic gearbeitet hat, hat diese Mannschaft zu den Favoriten gezählt. Das hat er zuletzt mit der Nationalmannschaft gezeigt, als Deutschland einfach durch die Gruppe marschiert ist. Favorit war Bayern davor auch schon, aber er bringt noch einmal Extraklasse dazu.

SPORT1: Sie wollen ja deutscher Staatsbürger werden. Wie ist denn der Stand zu Ihrer Einbürgerung?

Gavel: Es sind einige Sachen bereits eingeleitet, aber es liegt nicht wirklich in meinen Händen. Es läuft, aber wann es soweit ist, weiß ich auch nicht genau.

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