Ulm kämpft in Belgrad um Big Points im Kampf ums Viertelfinale und gibt sich von der Roter-Stern-Randale unbeeindruckt.

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Von Tobias Wiltschek

München - Schlüsselspiel im Hexenkessel: Wenn ratiopharm Ulm zur vorletzten Last-16-Partie (ab 19.30 Uhr im LIVESTREAM und ab 22.05 Uhr auf SPORT1+) bei Roter Stern Belgrad antritt, sind die Emotionen hoffentlich wieder heruntergekocht.

Denn die Zustände, die am Sonntag im serbischen Pokalfinale zwischen Roter Stern und Partizan Belgrad geherrscht haben, waren angsteinflößend.

Die Ausschreitungen zwischen den beiden verfeindeten Fangruppen der Belgrader Erzrivalen sind dermaßen außer Kontrolle geraten, dass das Endspiel in Kragujevac im dritten Viertel abgebrochen werden musste.

Die Chaoten zündeten Rauchbomben und bewarfen sich gegenseitig mit Schalensitzen, bis die Polizei anrückte und dem Spuk ein Ende bereitete.

Ulm erwartet Hexenkessel

Erst am Montag konnte die Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu Ende gespielt werden, Roter Stern gewann mit 78:69.

Im Eurocup gegen ratiopharm Ulm spielen die Serben wieder in ihrer Pionier-Halle, auch dort erwartet den deutschen Vizemeister ein Hexenkessel.

"Ich habe kein unsicheres Gefühl, geschweige denn Angst", gab sich Ulms Trainer Thorsten Leibenath in der "Südwest Presse" vor dem wichtigen Spiel betont unbeeindruckt. "Zu Übergriffen kommt es normalerweise nur bei den Derbys."

Viertelfinale winkt

In Belgrad winkt dem Außenseiter, der für den Rest der Saison auf den an der Bandscheibe operierten Dane Watts verzichten muss, bereits der vorzeitige Einzug ins Viertelfinale. Das käme bei dieser starken Gruppe einer Sensation gleich.

Dafür müssten die Schwaben aber erst einmal die Partie mit mehr als fünf Punkten Differenz gewinnen, um nach der 95:100-Heimniederlage gegen Roter Stern auch den direkten Vergleich mit dem Ex-Team des jetzigen Bayern-Trainers Svetislav Pesic für sich zu entscheiden.

Wenn auch Unics Kasan bei Galatasaray Istanbul gewinnt, hätten die Ulmer schon vor dem abschließenden Zwischenrunden-Spiel gegen Kasan das Ticket für die Runde der letzten Acht gebucht.

"Das wird verdammt schwer"

"Natürlich motiviert uns das und setzt vielleicht auch noch einmal Kräfte frei", sagte Leibenath, stellte aber gleichzeitig klar: "Man darf keinen Sieg erwarten. Das wird verdammt schwer."

Schließlich geht es in der 7000 Zuschauer fassenden Halle nicht nur gegen die ekstatischen Fans in Rot und Weiß, sondern auch gegen ein starkes Team, das durch den jüngsten Pokalsieg sicherlich noch einmal an Selbstvertrauen gewonnen hat.

"Das wird ein ganzer heißer Tanz", weiß auch Per Günther, der im Hinspiel in eigener Halle 15 Punkte verbuchen konnte und dabei alle fünf Freiwürfe im Korb versenkte.

Rakocevic im Hinspiel zu stark

Dass es trotz der 95 Ulmer Punkte nicht zum Sieg reichte, lag vor allem an Igor Rakocevic. Der dreimalige Topscorer der Euroleague und ehemalige NBA-Profi von den Minnesota Timberwolves und den San Antonio Spurs schenkte den Hausherren 32 Punkte ein. Dazu sorgten Vuk Radivojevik und Boris Savovic für Gefahr von der Dreipunktelinie.

"Man muss davon ausgehen, dass Rakocevic seine 20 Punkte macht. Aber wir müssen ihm von Anfang an das Gefühl geben, dass es nicht einfach wird für ihn", forderte Leibenath.

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