19. Mai: Zwölf Tage, nachdem Präsident Ingo Weiss einen entsprechenden Bericht dementiert hat, enthebt der DBB Frank Menz des Bundestrainer-Postens und degradiert ihn in die Nachwuchsarbeit
Mit Frank Menz schied das DBB-Team bei der EM 2013 in der Vorrunde aus © getty

Der Deutsche Basketball Bund bestätigt bei SPORT1 Bundestrainer Frank Menz weiter im Amt. Die Nachfolger-Liste wäre interessant.

München - Nach den Verwirrungen um eine angebliche Ablösung von Bundestrainer Frank Menz hat der Deutsche Basketball Bund (DBB) alle Gerüchte zurückgewiesen.

"Der Stand ist der gleiche wie vor sechs Monaten, zwei Wochen und auch sieben Stunden - Frank Menz ist Nationaltrainer", erklärte Christoph Büker, Leiter für Öffentlichkeitsarbeit beim DBB auch Nachfrage bei SPORT1.

Auch DBB-Präsident Ingo Weiss stärkte Trainer Menz den Rücken: "Diese Spekulationen sind falsch. Frank Menz ist Bundestrainer."

Weiss fühlt sich missverstanden

Zuvor hatte das Fachmagazin "BIG" berichtet, Menz (50) müsse seinen Posten nach nur eineinhalb Jahren wieder räumen und werde die A-Nationalmannschaft bei der EM-Qualifikation im August nicht betreuen (DATENCENTER: Der EM-Spielplan).

Besonders pikant war Weiss' Aussage kurze Zeit zuvor, dass er bereits mit Henning Harnisch, Europameister von 1993, über eine Nachfolge spreche.

Wenig später ruderte Weiss zurück und erklärte, dass dies ein Missverständnis sei: "Wenn es etwas zu sagen gibt, werde ich das sagen."

Derzeit ist Harnisch als Vizepräsident für die Nachwuchsarbeit bei ALBA Berlin verantwortlich. Beim Hauptstadtklub war er zudem schon als Teammanager und Sportdirektor tätig.

Menz selbst äußerte sich auf Nachfrage von SPORT1 ebenso wenig zu seiner Situation.

Wohl atmosphärische Störungen

Bemerkenswert: In Kreisen der BBL wiederum sorgt die Meldung des gewöhnlich gut informierten "BIG"-Berichts für keine allzu große Überraschung.

Zu einer konkreten Aussage bei SPORT1 war aber auch dort noch niemand bereit.

Möglicher Hintergrund: Bereits nach der desolaten Leistung der DBB-Adler bei der letzten Europameisterschaft in Slowenien 2013 hatte sich der Eindruck aufgedrängt, dass es zwischen Trainer und Mannschaft nicht mehr stimme.

Klägliches EM-Aus 2013

Denn: Im Gegensatz zu der kurzen Phase unter Svetislav Pesic wirkten die Spieler unter Menz verunsichert bis lustlos, schieden nach dem überraschenden Auftaktsieg gegen Frankreich sang- und klanglos in der EM-Vorrunde aus.

Namen, die in den sozialen Netzwerken heiß gehandelt werden, sind unter anderem Stefan Koch von Bundesliga-Absteiger Würzburg, Ulms Coach Thorsten Leibenath sowie der Bamberger Trainer Chris Fleming.

Rödl als interessante Lösung?

Ein ebenfalls interessanter Kandidat wäre Trier-Coach Hendrik Rödl. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

Der Ex-Nationalspieler arbeitet exzellent mit jungen Spielern, hat aber noch einen bis 2016 laufenden Vertrag in Trier. Bereits Pesic hatte Rödl als Co-Trainer 2012 zum Nationalteam holen wollen.

Zusätzlich wird fast schon reflexartig Ex-DBB-Coach Dirk Bauermann als möglicher Kandidat für die Menz-Nachfolge genannt.

Bei Twitter hat die Basketball-Community auch äußerst interessante Vorschläge - Ironie inbegriffen

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Weitere Beschäftigung steht im Raum

Das DBB-Präsidium um Präsident Ingo Weiss soll laut Bericht Menz angeboten haben, unter bestimmten Bedingungen im Amt zu bleiben.

Weil Menz diesen aber nicht zugestimmt habe, soll seine Tätigkeit als Bundestrainer beendet worden sein.

Es soll nun Gespräche über eine weitere Beschäftigung des 50-Jährigen in einer anderen Funktion geben. Hintergrund: Menz' Vertrag beim DBB läuft noch bis 2016, ist aber nicht ans A-Nationalteam gekoppelt.

So könnte sich Menz, der bis 2012 im Jugendbereich gearbeitet hat, wieder um die Nachwuchsarbeit im DBB inklusive der A2-Nationalmannschaft sowie der Jugend-Nationalmannschaften bis zur U 15 kümmern.

Menz hatte den Bundestrainerposten im Dezember 2012 von Svetislav Pesic übernommen, nachdem dieser zum FC Bayern München in die Beko BBL gewechselt war.

In der anstehenden EM-Qualifikation trifft Deutschland auf Polen, Österreich und Luxemburg.

Die EM-Qualifikation im Überblick:

Sonntag, 10. August: Polen - Deutschland Mittwoch, 13. August: Österreich - Deutschland Sonntag, 17. August: Deutschland - Luxemburg (in Trier) Mittwoch, 20. August: Deutschland - Polen (in Bonn) Sonntag, 24. August: Deutschland - Österreich (in Hagen) Mittwoch, 27. August: Luxemburg - Deutschland

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