Artland ärgert sich nach dem Halbfinal-Auftakt und startet die Heimreise zu Fuß. ALBA-Coach Obradovic denkt auch an die Heimat.

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Berlin - Restlos zufrieden war nach diesem extralangen Playoff-Fight niemand. Nicht ALBA Berlin und nicht die Artland Dragons.

Erst nach Verlängerung setzte sich Pokalsieger ALBA beim Halbfinal-Auftakt der Beko BBL mit 81:79 (72:72, 44:34) gegen den Favoritenschreck aus Quakenbrück durch. "Das ist das erste Mal in meiner Karriere, dass meine Mannschaft 15 Rebounds mehr hat als ihr Gegner und das nicht nutzt", moserte Berlins Trainer Sasa Obradovic.

"Wut in Aggressivität ummünzen"

Dragons-Forward Guido Grünheid stachelte die Kollegen an: "Klar ist die Verärgerung jetzt groß, aber wir haben auch gezeigt, dass der Erfolg gegen Bamberg keine Überraschung war", sagte er. "Vielleicht sollten wir aber zumindest ein wenig von dem Frust konservieren, um ihn am Mittwoch in Aggressivität umzumünzen."

Dann versucht sich Quakenbrück in eigener Halle (ab 20.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im GRATIS-LIVESTREAM auf SPORT1.de) zurück in die Halbfinale-Serie der Beko BBL zu krallen.

Zunächst aber wollte die Mannschaft von Trainer Tyron McCoy nur noch weg aus der O2-World, nur noch weg aus Berlin.

Zu Fuß zum Ostbahnhof

Weil vor der Halle alle Taxen verschwunden und alle Leitungen belegt waren, trotteten die Gäste die 1,2 Kilometer zum Ostbahnhof einfach gemeinsam zu Fuß. Auch eine Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen nach so einem bitteren Abend. (DATENCENTER: Beko BBL Playoffs)

Das Lob des Gegners schmeckte da wie so oft besonders bitter. "Diese Mannschaft spielt voller Selbstbewusstsein und hat Charakter", sagte Obradovic über die Dragons. Bei der Pressekonferenz trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift "Serbia, Bosnia, Croatia", erinnerte damit an die Flutkatastrophe im ehemaligen Jugoslawien.

Der Serbe erlaubte sich aber erst nach dem Spiel Gedanken an die Heimat, hatte bis dahin nur die Dragons im Kopf. Denn dem Team aus Quakenbrück, nur Siebter der Hauptrunde, war schon im Viertelfinale eine Überraschung gelungen.

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Mit 3:1 hatte der Außenseiter die Brose Baskets Bamberg ausgeschaltet und den Meister der vergangenen vier Jahre entthront. Dass es auch für die Berliner eng werden könnte, wurde in Spiel eins der best-of-five-Serie deutlich.

Obradovic wurde von den Problemen nicht überrascht: "Ich denke, nun weiß jeder, warum Quakenbrück im Halbfinale steht und nicht Bamberg."

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Viel fehlte nicht, und die Dragons hätten das Spiel gestohlen und sich den Heimvorteil geholt. Doch eine überflüssige Aktion von Brandon Thomas brachte die "Albatrosse" zurück. Drei Sekunden vor dem Ende der regulären 40 Minuten foulte der US-Amerikaner seinen Landsmann Reggie Redding bei einem Dreier. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

Redding der entscheidende Mann

Der ALBA-Topscorer (19 Punkte) bedankte sich, sorgte mit den fälligen Freiwürfen erst für die Verlängerung und zum Ende der zusätzlichen fünf Minuten auch noch für den Sieg.

"Wir haben einfach mehr dran geglaubt", sagte ALBA-Routinier Sven Schultze: "Das macht den Charakter der Mannschaft auch. Auch wenn wir uns selbst in diese Bredouille gebracht haben."

Bei den Dragons glänzte vor allem der kleine Spielmacher David Holston mit 20 Punkten. Coach McCoy fasste zusammen: "Wir hatten unsere Chance zum Sieg. Berlin hat hart gespielt und gut getroffen, aber wir haben nicht aufgegeben und unsere Möglichkeit erhalten."

[kaltura id="0_9rhpbs1k" class="full_size" title="Buzzerbeater bringt Bayern auf Siegerstra e"]

Weniger spannend als in Berlin ging es beim Auftakt der zweiten Halbfinalserie zu. Hauptrundensieger Bayern München bezwang Vizemeister EWE Baskets Oldenburg 85:67 (46:35).

Trotz der souveränen Vorstellung blieb Bayern-Trainer Svetislav Pesic zurückhaltend: "In Oldenburg erwartet uns nun ein völlig anderes Spiel." Das zweite Duell steigt am Mittwoch (ab 18.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im GRATIS-LIVESTREAM auf SPORT1.de).

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