David Holston (M.) hat die Artland Dragons zum Viertelfinal-Sieg über Meister Brose Baskets Bamberg geführt © imago

David Holston will mit den Dragons nach Bamberg auch Berlin schocken. Bei SPORT1 verrät er Artlands Geheimnis und seine wahre Größe.

Von Jonas Nohe

München - Der Name ist Programm.

"Zauberzwerg" nennen die Fans der Artland Dragons ihren Point Guard David Holston aufgrund seiner geringen Körpergröße.

Wie es aussieht, wenn Holston seine Magie versprüht, musste im Playoff-Viertelfinale Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg schmerzhaft erfahren (DATENCENTER: Beko BBL Playoffs).

Gala-Vorstellungen gegen Bamberg

Beim Stand von 1:1 in der Serie glänzte der US-Amerikaner in Spiel drei bei seinen 16 Zählern mit einer Wurfquote von 86 Prozent und erzielte im Schlussviertel 13 Punkte in Folge. In Spiel vier steigerte er seine Punkteausbeute noch einmal auf starke 24 Zähler und sorgte damit endgültig für den Halbfinal-Einzug.

Dort wartet auf die Dragons aus dem beschaulichen Quakenbrück mit ALBA Berlin jetzt die nächste Basketball-Großmacht, Spiel eins steigt am Sonntag in der Hauptstadt (ab 15.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 u. im LIVESTREAM).

Vor dem Duell mit dem Pokalsieger spricht David Holston bei SPORT1 über Bamberg und Berlin, sein großes Karriereziel und die wahre Größe des "Zauberzwergs".

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SPORT1: Mister Holston, Sie sind mit Artland als Nummer sieben in die Playoffs gegangen und haben den zweitplatzierten Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg ausgeschaltet. ALBA Berlin als Hauptrunden-Dritter sollte da doch jetzt kein Problem sein...

David Holston: Bamberg war eine wirklich harte Nuss. Wir mussten einige Dinge ändern, um auf ihrem Level spielen zu können. Aber ich denke, Berlin ist defensiv sogar noch einmal stärker als Bamberg. Es wird also mindestens genauso schwer und wir werden alles geben müssen, um sie auch zu bezwingen.

SPORT1: Nach einem mäßigen Start in den ersten beiden Spielen gegen Bamberg haben Sie in Spiel drei und vier gerade aus der Distanz mächtig zugelegt. Hatten Sie das Gefühl, nach der Niederlage in Spiel zwei mehr Verantwortung übernehmen zu müssen?

Holston: Der Coach hat mir gesagt, dass ich aggressiver sein soll. Wir haben viel darüber geredet, dass ich meine eigenen Würfe suchen soll und wann es Zeit ist, sie dann auch zu nehmen. Dadurch habe ich mehr Selbstvertrauen bekommen und glücklicherweise bin ich dann irgendwann heiß gelaufen. Und meine Teamkollegen haben mich dann auch immer wieder gut frei gespielt.

SPORT1: Es war im vierten Anlauf der erste Playoff-Sieg der Dragons gegen Bamberg. Auch in Ihrer ersten Saison in Deutschland haben Sie 2012 im Halbfinale gegen sie verloren. Was war diesmal anders?

Holston: Sie waren wirklich stark und haben immer noch richtig gute Spieler. Ich glaube, es kam letztlich einfach darauf an, wer es mehr wollte. Und vielleicht waren wir diesmal auch einen Tick stärker.

SPORT1: Nach einer Niederlage gegen Ulm haben Sie kurz vor dem Ende der Regular Season auf Twitter geschrieben, dass es nur darauf ankomme, an sich selbst zu glauben. Spielt Selbstvertrauen gerade in den Playoffs eine entscheidende Rolle?

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Holston: Auf jeden Fall. Solange das Team zusammenhält, ist alles möglich. Es wird hier und da immer mal wieder eine Niederlage geben. Aber wenn man sich davon nicht aus der Bahn werfen lässt, kann man alles erreichen. Wenn man ein Spiel verliert, hat man immer noch drei oder vier weitere, um sein Ziel zu erreichen. Das haben wir uns auch nach der Niederlage in Spiel zwei gegen Bamberg gesagt.

SPORT1: Gegen Berlin können Sie mit Selbstbewusstsein auftreten, die Dragons haben die bisher einzige Playoff-Serie gegen ALBA 2007 glatt mit 3:0 gewonnen. Ist das ein gutes Omen?

Holston: Ja, das ist es. Das muss ich auf jeden Fall auch den Jungs in der Kabine erzählen (lacht). Das wusste ich nicht, aber das gibt uns noch mal eine Extraportion Motivation.

SPORT1: Sie haben kurz nach dem Saisonstart im Oktober gegen ALBA gewonnen, zuletzt im April aber deutlich in Berlin verloren. Was können Sie aus diesen beiden Spielen mitnehmen?

Holston: Im ersten Spiel haben wir es wirklich gut gemacht. ALBA ist ein körperlich starkes Team und wir haben ihnen physisch Paroli geboten. Im zweiten Spiel sind wir zum Ende hin etwas müde geworden. Wir müssen gegen sie vier Viertel lang durchziehen, weil sie das ganze Spiel über sehr physisch spielen werden.

SPORT1: Sie werden es gegen ALBA mit dem Defensive Player of the Year, Cliff Hammonds, zu tun bekommen. Beeinflusst das Ihre Spielweise?

Holston: Er ist großartig in der Defense. Wir werden sehen was passiert, aber es macht Spaß, gegen so starke Gegenspieler zu spielen. Ich werde irgendwie versuchen, ihn zu bezwingen. Ich werde meine Möglichkeiten bekommen, aber auch immer wieder meine Mitspieler in Szene setzen müssen.

SPORT1: Seit Ihrer starken College-Karriere haben Sie als Profi bisher in der Türkei und in Deutschland gespielt. Jetzt sind Sie 28 - welche Ziele haben Sie noch in Ihrer Laufbahn?

Holston: Ich will nur eine Meisterschaft gewinnen. Irgendwo, das ist mein einziges Ziel. Euroleague, Eurocup, Beko BBL - ganz egal. Hauptsache einen Titel gewinnen.

SPORT1: Wie sehen Ihre Pläne für die kommende Saison aus. Sehen wir Sie auch nächstes Jahr in der Beko BBL?

Holston: Ja, ich habe auf jeden Fall vor, in Deutschland zu bleiben. Mir gefällt es hier wirklich gut und hier sind wir wie eine Familie.

SPORT1: Die Kombination aus Ihren Fähigkeiten und Ihrer Körpergröße brachte Ihnen den Spitznamen "Zauberzwerg" ein. Finden Sie das eigentlich gut?

Holston: Ja, die Fans nennen mich ja so (lacht). Ich mag den Spitznamen. Es bedeutet ja irgendwie, dass ich je nach Situation immer wieder unterschiedliche Stärken einbringen kann. Ich mag den Namen wirklich.

SPORT1: Eine Sache wäre dann noch zu klären: Einige amerikanische Statistikseiten führen Sie mit einer Größe von 1,73 Meter, in Deutschland werden Sie mit 1,68 Meter gelistet. Wie groß - oder klein - ist der "Zauberzwerg" denn nun wirklich?

Holston: Es ist wohl genau die Mitte (lacht). Ich war bei einem Arzt, der mich gemessen hat - und es waren 1,70 Meter.

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