Nach dem Halbfinal-Einzug wettert nicht nur FCB-Trainer Pesic gegen die Neuansetzung. Er warnt vor einer europaweiten Gefahr.

[kaltura id="0_303atzjs" class="full_size" title=""]

Ludwigsburg - Erst zog Bayern München im Nachsitzen locker ins Playoff-Halbfinale ein, dann attackierte der Titelfavorit die Führung der Beko BBL scharf.

"Von der Entscheidung profitiert niemand, wir schon gar nicht. Ganz Europa lacht über die BBL", wütete Bayern-Trainer Svetislav Pesic nach dem souveränen 86:68 (45:22) (BERICHT: Bayern mit Wut ins Halbfinale) bei den MHP Riesen Ludwigsburg.

Die Beko BBL wollte die Aussagen von Svetislav Pesic nicht kommentieren.

Eigentlich hatten die Münchner bereits am Sonntag das Ticket fürs Halbfinale gelöst, wegen eines folgenschweren Schiedsrichterfehlers kam es jedoch erstmals in der Beko BBL-Geschichte zu einem Wiederholungsspiel.

Einspruch abgeschmettert

Nach Münchens Erfolg (82:75) war die Wertung in Folge eines erfolgreichen Protests der Riesen am Montag aufgehoben worden. Der Einspruch der Bayern wurde einen Tag später abgeschmettert.

Beim Hauptrundenersten hatte man dafür wenig Verständnis. "Fair-Play war das nicht. Die Fans, um die wir kämpfen, verstehen diese Entscheidung nicht, auch deshalb ist sie schlecht für den Basketball insgesamt", sagte der ehemalige Bundestrainer Pesic:

"Nach der Entscheidung der BBL, das vierte Spiel zu wiederholen, sehe ich die große Gefahr, dass die Bundesliga die Tür geöffnet hat für eine neue Regel in Europa."

Umweg über Ludwigsburg

Zwar setzten sich die Bayern nun doch mit 3:1 in der Best-of-Five-Serie durch und treffen im Halbfinale auf die EWE Baskets Oldenburg, doch den unnötigen Umweg mit einer zusätzlichen Reise nach Ludwigsburg und einem Spiel mehr als nötig hätte man sich gerne erspart. (DATENCENTER: Beko BBL Playoffs)

[image id="73f801ba-6375-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Auch die Tatsache, dass der Klub an den Einnahmen beteiligt und die Reisekosten übernommen werden, konnte im Lager der Bayern niemanden besänftigen (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

Pesic und Co. sehen sich auf dem Weg zum ersehnten ersten Titel seit dem Pokalsieg 1968 erheblich benachteiligt, immerhin steht schon am Sonntag (ab 17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und GRATIS-LIVESTREAM) das erste Duell mit Oldenburg an.

Mitschuld bei Schaffartzik

Allerdings: Ganz unschuldig an der Wiederholung waren die Bayern nicht. Immerhin hatten Nationalspieler Heiko Schaffartzik und Pesic selbst die Schiedsrichter auf einen vermeintlichen Fehler hingewiesen, der aber keiner war.

Ludwigsburgs Michael Stockton wurde fälschlicherweise ein eigentlich gültiger Freiwurf aberkannt, und München bekam unberechtigt Ballbesitz, weil angeblich ein anderer Spieler gefoult worden war. Fernsehbilder bewiesen jedoch das Gegenteil.

Die Bayern interessierten sich dafür wenig. "Wenn die BBL bis 2020 wie geplant die beste Liga in Europa werden will, muss sichergestellt werden, dass so etwas nie wieder passiert. Besonders in den Playoffs", twitterte Münchens Amerikaner Bryce Taylor.

[tweet url="//twitter.com/ThryceBaylor/statuses/469215759848452096"]

Idbihi ist sauer

Geschäftsführer Marko Pesic befand, dass "wir diese Serie jetzt 4:1 gewonnen haben. Ich bin stolz, dass die Mannschaft so aufgetreten ist, wie man es für den FC Bayern tun muss."

Die Münchner agierten hochkonzentriert und ließen keinen Zweifel daran, dass sie in die nächste Runde wollen. "Wir waren ein bisschen sauer, dass wir das Spiel wiederholen mussten. Wir fanden, dass wir unfair behandelt wurden", sagte Nationalspieler Yassin Idbihi.

Malcolm Delaney avancierte mit 25 Punkten zum Topscorer, Deon Thompson (20) zeigte ebenfalls ein starkes Spiel. "Ich wusste, dass wir dominieren würden, denn wir hatten durch die Entscheidung für das Wiederholungsspiel extra Motivation", sagte Pesic.

[kaltura id="0_njjrvm8i" class="full_size" title="Oldenburg besiegt Bonn - die Highlights"]

Weiterlesen