Glücklichere Tage: Chris Fleming und die Fans der Brose Baskets Bamberg im Jahr 2013 © getty

Bei den Brose Baskets brodelt es. Manager Wolfgang Heyder widerspricht bei SPORT1 dem Aus von Chris Fleming. Zweifel bleiben.

Von Eric Böhm

München - Es wäre das Ende einer Ära.

Beim entthronten Serienmeister Brose Baskets Bamberg bahnt sich nach dem überraschenden Viertelfinal-Aus in den Playoffs der Beko BBL ein Umbruch in der sportlichen Führung an.

Von einem Aus für Erfolgstrainer Chris Fleming ist die Rede. Und - was ein noch tieferer Einschnitt wäre - von einem Aus für den langjährigen Manager Wolfgang Heyder.

Nach Informationen von "Court Review" hat sich der Aufsichtsrat bereits einstimmig gegen Fleming ausgesprochen.

Heyder widerspricht bei SPORT1: "Ich wurde von dieser Meldung überrascht. Ich wusste, dass der Aufsichtsrat tagt, habe aber aus dem Gremium gehört, dass keine Entscheidung gefallen ist. Chris Fleming ist nach meinem Stand weiter Trainer."

Heyder: Rücktritt nicht angeboten

Auch die Darstellung, er habe seinen Posten zur Verfügung gestellt, bestritt er.

"Das ist definitiv nicht richtig. Ich habe lediglich über Rahmenbedingungen für die kommende Saison gesprochen. Darüber wird im Aufsichtsrat beraten und entschieden. Danach werden wir sehen, wie es weitergeht", sagte Heyder (SHOP: Jetzt Basketball-Fanartikel kaufen).

Ein vollständiges Aufräumen mit den Gerüchten ist das aber nicht - weil diese Entscheidung nicht mehr in seiner Hand liegt?

Was macht der Sponsor?

Grundsätzlich sei sein Verbleib nicht zwingend mit Flemings Weiterbeschäftigung verknüpft. Heyder will aber weiter mit ihm zusammenarbeiten: "Das wäre mein Wunsch."

Die Mauertaktik deutet auf atmosphärische Störungen im sonst so verschworenen Gebilde Brose Baskets hin (DATENCENTER: Beko BBL Playoffs).

Der mächtige Aufsichtsratsvorsitzende und Boss des Hauptsponsors Michael Stoschek wird sich beim heutigen Saisonabschluss für Sponsoren zu Wort melden. "Er wird sicher ein paar Sätzchen zur abgelaufenen Saison sagen", erklärt Heyder nebulös.

FC Bayern drängt nach vorn

Nach ungemein erfolgreichen Jahren bröckelt die Dynastie Bamberg bedenklich. In der abgelaufenen Saison wurden alle gesteckten Ziele verpasst.

In der Turkish Airlines Euroleague wurde der erneute Einzug in die Top16 verpasst. Für die stolzen Franken war dabei fast noch schlimmer, dass Emporkömmling FC Bayern München den Sprung schaffte und sich ausgesprochen gut präsentierte.

Zudem platzte beim TOP FOUR in Ulm der Traum vom Pokalsieg schon im Halbfinale, das letztlich klare 1:3 im Playoff-Viertelfinale gegen die Artland Dragons war der Tiefpunkt. Die Gerüchte um Flemings Aus geisterten schon vorher durch Bamberg.

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Heyder räumt Fehler ein

Waren in den Jahren zuvor wichtige Spieler immer wieder hervorragend ersetzt worden, lagen Heyder und Fleming diesmal auch bei einigen Transfers daneben.

"Entscheidend war die Zusammenstellung der Mannschaft. Da haben wir Fehler gemacht, so dass wir nie Konstanz in die Leistungen bekommen haben oder ein Team bilden konnten. Das hat sich wie ein roter Faden durch die Saison gezogen", betonte Heyder.

Vor allem zwei Personalien gaben für den 57-Jährigen den Ausschlag: "Mit Zack Wright und Nove Velickovic hat es in Bamberg nicht geklappt. Wenn dir auf diesen wichtigen Positionen Leistungsträger wegbrechen, dann wird es schwierig."

Rückendeckung für Fleming

Einen kleinen Verweis auf den Aufsichtsrat wollte er sich nicht verkneifen: "Wir hatten relativ spät Planungssicherheit und sind deshalb erst spät in Verhandlungen gekommen."

Zudem habe Heyder intern wiederholt um Geduld mit der jungen Mannschaft geworben:

"Chris Fleming und sein Trainerteam haben in den fünf Jahren einen überragenden Job gemacht. Das spiegelt sich in Titeln und der Entwicklung von Spielern wieder."

Diesmal blieb jedoch ein solcher Leistungssprung bei Talenten wie Elias Harris, Rakim Sanders oder Jamar Smith aus.

"Ihre fehlende Konstanz steht in Zusammenhang mit der Lücke bei den Führungsspielern. Damit sind wir nie richtig klargekommen", gibt der seit 1999 in Bamberg tätige Manager zu.

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Keine Gespräche mit Bauermann

Die hohen Ansprüche im Umfeld - die durch das Auftauchen des finanzkräftigen Kontrahenten aus München zusätzlich befeuert werden - lasten spürbar auf dem Macher, der an jedem Meistertitel entscheidend mitgewirkt hat.

Zumindest in Bezug auf den alten Weggefährten Dirk Bauermann folgte dann doch ein klares Dementi.

"Es gab keine Gespräche. Dirk war öfter als Zuschauer hier, wir haben ja auch immer Kontakt gehalten. So sind die Gerüchte entstanden und werden als Wahrheit dargestellt", erklärte Heyder.

Irgendwie riecht es beim Aushängeschild der Beko BBL aber dennoch nach dem Ende einer äußerst erfolgreichen Ära.

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