Riesen-Regisseur Michael Stockton (l.) und FCB-Star Heiko Schaffartzik geraten in der Viertelfinal-Serie häufiger aneinander © imago

Die Neuansetzung des Viertelfinal-Spiels 4 bei den Riesen bringt den FCB in Zugzwang. Delaney nennt die Entscheidung einen Witz.

Ludwigsburg/München - Heiko Schaffartzik und Co. hatten bereits den Halbfinal-Einzug bejubelt, doch nun muss der FC Bayern München nachsitzen.

Einen Tag nach dem 82:75 (38:39) bei den MHP Riesen Ludwigsburg wurde die Wertung des Spiels am späten Montagabend aufgehoben, wegen einer Fehlentscheidung kommt es zu einer Neuansetzung - erstmals in der jüngeren Geschichte der Beko BBL.

Malcolm Delaney Grund kommentierte dies spöttisch als einen "Witz":

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Schiedsrichter begehen wesentlichen Fehler

Für Bayern ist es ein Umweg auf dem Weg zum Titel, an dem sie durchaus einen Anteil haben. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

Beko-BBL-Spielleiter Dirk Horstmann begründete seine Entscheidung auf Neuaustragung des vierten Viertelfinals in den Playoffs am Mittwoch (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und GRATIS-LIVESTREAM) in Ludwigsburg mit einem "Fehler", der den Schiedsrichtern unterlaufen sei. (DATENCENTER: Beko BBL Playoffs)

Dieser habe Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf gehabt. "Die Aberkennung des ersten verwandelten Freiwurfs von Michael Stockton sowie die Nicht-Gewährung des zweiten Freiwurfs durch denselben Spieler war ein Regelverstoß", sagte Horstmann: "Es ist wesentlich, ob die Ludwigsburger mit einem möglichen Gleichstand oder einem Ergebnisrückstand von zwei Korbpunkten das Spiel fortsetzen."

Stockton doch der Gefoulte

Beim Stand von 71:73 war Ludwigsburgs Stockton, Sohn von NBA-Legende John Stockton, nach einem Foul von Bryce Taylor im Schlussviertel an die Freiwurflinie getreten und hatte seinen ersten Versuch sicher verwandelt, als Diskussionen zwischen den Schiedsrichtern, den Bayern-Trainern und Spielern entstanden.

Der Punkt wurde aberkannt, da Stockton angeblich nicht der gefoulte Spieler gewesen sein soll, München bekam den Ball - und siegte wenig später.

Die Fernsehbilder belegten jedoch eindeutig, dass eben doch Stockton klar gefoult wurde. Unter anderem Nationalmannschafts-Kapitän Schaffartzik hatte die Schiedsrichter recht deutlich auf einen angeblichen Fehler hingewiesen.

Riesen-Chef kritisiert zuerst die Referees

"Das Schlimmste daran ist, dass sich die Schiedsrichter beeinflussen haben lassen", sagte Ludwigsburgs Vereinsvorsitzender Alexander Reil, der das Verhalten von Schaffartzik und Bayern-Coach Svetislav Pesic nicht weiter kommentieren wollte: "Dazu möchte ich mich an dieser Stelle nicht äußern."

Ludwigsburgs Trainer John Patrick war jedenfalls glücklich über die neue Chance auf die nächste Runde. "In elf der letzten zwölf Viertel waren wir mit Bayern gleichauf. Wir freuen uns darauf, noch ein Spiel auszutragen und wollen versuchen, die Serie auszugleichen", sagte der Amerikaner.

Am Dienstag berieten die Münchner derweil darüber, ob sie gegen das Urteil der Urteil vorgehen oder es so akzeptieren. Dazu bleiben ihn nach Zugang der Entscheidung drei Tage.

Drei Spiele in fünf Tagen?

Wird der Entscheidung nicht abgeholfen, entscheidet das BBL-Schiedsgericht endgültig. Seit der Eigenständigkeit der BBL in der Saison 1998/1999 wurde in der Bundesliga und im Pokal erstmals eine Begegnung neu angesetzt.

Gerade für die Münchner könnten weitere Spiele auf dem Weg zur angestrebten Meisterschaft ein Problem werden. Der Hauptrundenerste hatte sich mental schon in der Vorschlussrunde gewähnt, nun stehen mindestens 40 weitere Spielminuten bei den unbequemen Ludwigsburgern an.

Bei einer Niederlage könnte es am Freitag sogar noch zu einem entscheidenden fünften Spiel in München kommen, bereits am Sonntag ist dann das erste Halbfinale gegen den Sieger der Begegnung EWE Baskets Oldenburg gegen die Telekom Baskets Bonn angesetzt.

[kaltura id="0_u9zgpn4r" class="full_size" title="Der Freiwurf Eklat von Ludwigsburg"]

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