Der FC Bayern Basketball stand im Vorjahr im Halbfinale der Beko BBL © imago

Zwischen dem FC Bayern und Ludwigsburg wird es hitzig. Svetislav Pesic kontert John Patrick. Zwei Spieler verweigern den Handschlag.

Vom FC Bayern berichtet Julian Ignatowitsch

München - Es liegt Spannung in der Luft.

Nach dem 104:82 (45:47) in Spiel 3 zwischen dem FC Bayern München und den MHP Riesen Ludwigsburg (BERICHT: FC Bayern macht die Riesen klein) im Viertelfinale der Beko BBL war schnell klar: Freunde werden die beiden Mannschaften in dieser Serie nicht mehr. Das zeigte auch die Meinungsverschiedenheit der beiden Trainer auf der Pressekonferenz.

Angesprochen auf die zweite deutliche Niederlage in München antwortete Riesen-Coach John Patrick: "Am Ende ist es egal, ob man mit 50, 20 oder einem Punkt verliert." Kurze Pause.

Hitziges Wortduell

Dann schaltete sich sein Gegenüber Svetislav Pesic ungefragt ein. "Wenn Sie mich fragen, mir ist das nicht egal. Ich gewinne lieber mit 20 Punkten als mit einem", sagte er deutlich. "Aber wenn mein Kollege meint, ihm sei das egal, dann haben wir wohl unterschiedliche Meinungen."

Es war zwar nur ein kleiner Funken, der da vor Spiel 4 am Sonntag in Ludwigsburg (ab 17.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 u. im STREAM) sprühte, aber der gab eine Vorahnung darauf, dass es nicht viel mehr bedarf, um das Fass zum Explodieren zu bringen. (DATENCENTER: Beko BBL Playoffs)

"Hässlicher Vogel"

Schon auf dem Feld ging es phasenweise heiß her.

Die beiden NBA-Abkömmlinge Coby Karl und Michael Stockton, deren Väter angesehene Größen in der besten Basketballliga der Welt sind, verweigerten den Bayern-Spielern nach dem Spiel demonstrativ den Handschlag.

Währenddessen provozierte der teilweise grenzwertige Einsatz von Einwechselspieler Robert Tomaszek nicht nur abwertende Fangesänge ("hässlicher Vogel"), sondern auch handfeste Revanchefouls.

[kaltura id="0_sjpn0g3a" class="full_size" title="BBL Playoffs Oldenburg braucht noch einen Sieg"]

Scharfatzik mit breiter Brust

Ob Pesic auch diese Nicklichkeiten meinte, als er sich zur Spielweise des Gegners ausließ?

"Sie spielen sehr risikofreudig, das kann für uns gefährlich sein, wenn wir nicht hellwach sind", sagte Pesic und fügte hinzu: "Diese Spielweise kann allerdings auch für Ludwigsburg selbst gefährlich werden." Rumms!

Die Grenzen sind abgesteckt. Spielerisch waren die Bayern zumindest in der zweiten Halbzeit klar überlegen.

"Auf jeden Fall war das die erhoffte Antwort nach der Niederlage in Spiel 2", sagte Heiko Schaffartzik - und gab sich selbstbewusst.

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Kämpfen für "Paul und Nihad"

Nach dem Last-Minute-Erfolg der Riesen in Ludwigsburg hatten die Spieler des Underdogs lautstark gesungen: "Zieht den Bayern die Lederhosen aus!"

Dazu kam, dass der FCB in der umkämpften Partie mit Nihad Djedovic (Mittelhandbruch) und Paul Zipser (Innenband) gleich zwei Spieler verletzungsbedingt verlor.

Für beide ist die Saison beendet. "Wir kämpfen jetzt gegen Ludwigsburg nicht nur um weitere Siege, sondern auch für Paul und Nihad", schilderte Sportdirektor Marko Pesic. Auch der Sohn des Bayern-Trainers ist offenbar voll im Angriffsmodus.

"Deckel draufmachen"

Die Spieler ziehen nach. "Unser Plan ist jetzt, den Deckel draufzumachen", meint Nationalspieler Schaffartzik.

Die Rückkehr von John Bryant, der im Spiel zuvor wegen Wadenproblemen aussetzen musste, ist dafür sicherlich hilfreich.

Im Schlussviertel schonte Pesic seinen Center noch vorsichtshalber. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon durch.

Explosion bei Spiel 4?

"Wir brauchen jetzt 100 Prozent Konzentration", kündigte Pesic an.

"Wir fahren zurück nach Hause und wollen am Sonntag 40 Minuten Vollgas geben", sagte indes Patrick und gab die Marschroute für sein Team aus.

Zumindest in diesem Punkt waren sich die beiden Trainer also einig. Es dürfte bis auf Weiteres der einzige gemeinsame Nenner sein.

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