Maik Zirbes bekommt es gegen Artland mit Anthony King und Kenneth Frease zu tun - ZUM DURCHKLICKEN: Die Players to watch der Beko BBL-Playoffs © imago

Vor Bambergs erstem Playoff-Auftritt spricht Center Maik Zirbes über die Hürde Artland, den Heimvorteil und seine Entwicklung.

Von Florian Pertsch

München - Am Thron des Königs sägen für gewöhnlich viele Saboteure.

Auch im Falle der Brose Baskets Bamberg stehen vor den Beko BBL -Playoffs einige Kandidaten Schlange, um den viermaligen Meister aus Freak City vom Thron zu schubsen (Der Beko-BBL-Playoffbaum).

Bayern München, ALBA Berlin und Oldenburg starten den nächsten Titel-Anlauf, die Außenseiter aus Ulm, Bonn, Quakenbrück und Ludwigsburg können aber sicherlich für eine Überraschung gut sein.

Pokal-Finale zum zweiten Mal verpasst

Wie bereits in der letzten Saison mussten die Oberfranken im Pokal noch vor dem Finale die Segel streichen - im Titelrennen verpassten die Bamberger 2013/14 sogar die Pole-Position für die Playoffs (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Einer, der in der vergangenen Saison die Meisterschaft mitfeiern durfte, ist Center Maik Zirbes. Der Nationalspieler kämpft mit dem Tabellenzweiten aus Bamberg um den fünften Titel und intern um Spielzeit gegen Stars wie D'Or Fischer, Sharrod Ford und Elias Harris.

Bei SPORT1 spricht der bei den fränkischen Fans nicht immer unumstrittene Big Man über die schwierige Erstrunden-Hürde Artland Dragons (Sa., 14 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die Bedeutung des Heimvorteils und seine Entwicklung in Bamberg.

SPORT1: Herr Zirbes, Bamberg geht als Zweiter der regulären Saison in die Playoffs. Trauern Sie der verpassten Chance auf die Tabellenspitze im Heimspiel gegen Bayern noch hinterher?

Maik Zirbes: Hinterhertrauern kann man es eigentlich nicht nennen. Wir haben uns damit abgefunden. Die Niederlage war natürlich sehr schade, und vor allem nach dem Spiel war es ein sehr bescheidenes Gefühl. Jetzt müssen wir das Beste aus der Situation machen.

SPORT1: Ist denn der Heimvorteil wirklich so wichtig?

Zirbes: Er ist natürlich wichtig, aber es ist keineswegs eine Vorentscheidung. Letztes Jahr in den Playoffs haben wir auch das erste Spiel gegen München zu Hause verloren und das Ganze anschließend im zweiten Duell gleich wieder korrigiert.

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SPORT1: Bamberg muss in den Playoffs gegen Artland ran. In Quakenbrück gab es zu Saisonbeginn eine 68:71-Niederlage. Ist Artland vielleicht der unangenehmste Gegner auf den Plätzen vier bis acht?

Zirbes: Man kann sich seinen Gegner natürlich nicht aussuchen und Artland ist ohne Frage unangenehm. Wir werden sie nicht unterschätzen.

SPORT1: Was macht die Dragons denn so gefährlich?

Zirbes: Die Unberechenbarkeit. Sie haben viel gute Spieler, die auch alle Verantwortung übernehmen. Sie spielen sehr fokussiert. Das ist kein wilder Basketball, sie machen das, was sie können - und das sehr gut. Für mich war es schon etwas überraschend, dass sie in der Tabelle so weit nach unten gerutscht sind.

SPORT1: Als Center müssen Sie gegen Anthony King und Kenneth Frease ran - der eine ist Allstar, der andere ein echter Brocken. Da kommt viel Arbeit auf Sie zu, oder?

Zirbes: Absolut, Artland ist unter dem Korb sehr gut besetzt. Aber wir haben auch viele gute Leute. D'Or Fischer ist sehr groß und kann King Probleme bereiten. Wenn Frease reinkommt, der sehr körperlich spielt, dann werde ich dagegen halten.

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SPORT1: Viele sprechen bereits vom möglichen Mega-Halbfinale ALBA gegen Bamberg. Was entgegnen Sie diesen voreiligen Zeitgenossen?

Zirbes: Dass es erst Anfang Mai ist. Es ist schwer genug, ein einzelnes Spiel zu gewinnen. Wir haben natürlich das Fernziel, Deutscher Meister zu werden, trotzdem beschäftigen wir uns noch nicht mit dem Halbfinale.

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SPORT1: Seit Anfang April durften Sie nicht mehr in der Startformation ran, Punkte und Rebounds sind auf einem ähnlichen Niveau wie im letzten Jahr. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Leistung in dieser Saison?

Zirbes: Ich habe mich auf jeden Fall weiterentwickelt, da ich im Training gegen Leute wie D'Or Fischer spielen konnte. Aufs Parkett konnte ich es noch nicht ganz bringen. In den Playoffs geht es nicht darum, immer selbst zu punkten. Es geht darum im Spielzug das Richtige für die Mannschaft zu machen.

SPORT1: Was in dieser Saison stimmt, ist die Dreierquote von 100 Prozent ? ein Wurf, ein Treffer. Was können wir von Downtown in den Playoffs von Ihnen erwarten?

Zirbes (lacht): Wenn ich den Ball habe, kann man einiges erwarten. Da geht der Ball auf jeden Fall hoch. Ernsthaft: Mein Wurf ist zwar nicht so schlecht wie viele Leute glauben, aber er ist nicht wirklich unsere erste Wahl. Wenn es die Situation erfordert, werde ich den Ball hochjagen, ansonsten werde ich meinen kleinen Leuten den Ball vorbeibringen.

SPORT1: Auch nach zwei Jahren in Bamberg steht Ihnen das Publikum oft noch sehr kritisch gegenüber. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Zirbes: Es wird immer wieder Leute geben, die Negatives suchen. Man darf darauf gar nicht weiter eingehen. Tut man es doch, schießt man sich selber ins Bein. Eine echte Erklärung habe ich nicht dafür, letztlich ist es aber nicht von Belang für mich.

SPORT1: In den letzten Tagen gab es viel Verwirrung um eine mögliche Entlassung von Bundestrainer Frank Menz. Wie haben Sie dieses Verwirrspiel als Nationalspieler erlebt?

Zirbes: Natürlich liest man die Meldungen, blendet das aber sofort wieder aus. Momentan ist die Nationalmannschaft sehr weit weg für mich. Ich konzentriere mich auf Bamberg, Priorität hat erst mal die Saison.

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