Chevon Troutman (r.) kam 2011 aus Avellino zum FC Bayern © imago

Die Bayern ziehen Moral aus dem Euro-Thriller. Chevy Troutman warnt bei SPORT1 aber vor Artland und verweigert die Bryant-Frisur.

Von Eric Böhm

München - Der hochklassige Thriller hat europaweit für Furore gesorgt.

Die tolle Leistung des FC Bayern in der Turkish Airlines Euroleague beim hauchdünnen 103:105 gegen Titelverteidiger Olympiakos Piräus (Bericht) zeigte das große Potenzial der finanzkräftigen Münchner.

Ein Qualitätsunterschied im Vergleich zu den starken Griechen war nicht erkennbar. Forward Chevon Troutman sieht die Bayern sogar schon fast auf dem "Level von Piräus".

Auf dieser Leistung kann sich der Tabellenführer der Beko BBL aber nicht lange ausruhen. Bei den Artland Dragons (ab 20 Uhr LIVESCORES) wartet die nächste schwere Aufgabe.

Schwache Bilanz

Von fünf Gastspielen in Quakenbrück konnte der FCB seit dem Aufstieg nur eines gewinnen. In der regulären Saison klappte es noch nie (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Troutman war schon beim ersten Mal dabei und warnt im SPORT1-Interview auch vor der Heimstärke der Dragons. Außerdem spricht er über den Knaller gegen Piräus, mentale Stärke, die Top 16 der Euroleague und John Bryants Frisurenbeispiel.

SPORT1: Mr. Troutman, können Sie inzwischen dieses Wahnsinnsspiel gegen Olympiakos Piräus in Worte fassen?

Chevon Troutman: Nicht wirklich. Ich kann nur Olympiakos zu einem tollen Sieg gratulieren. Sie haben sich nie beirren lassen und ihr Spiel konsequent durchgezogen. Das ist für uns ein Beispiel. Gleichzeitig musst du vor unserem Team wirklich den Hut ziehen. Wir haben unglaublich dagegengehalten und gezeigt, dass wir das Level von Piräus drin haben.

SPORT1: Können Sie aus so einer Leistung Kraft und Selbstvertrauen für die weitere Saison ziehen?

Troutman: Ich hoffe es. Es ist natürlich blöd, dass wir uns nicht mit einem Sieg belohnt haben. Es war ein verdammt gutes Basketballspiel. Daraus können wir viel mitnehmen. Zu so einer Leistung fähig zu sein, gibt dir einen Schub.

SPORT1: Speziell in der Euroleague hakte es zuvor ein wenig im Angriff. Gegen den Titelverteidiger klappte plötzlich fast alles - Dreier, Offensiv-Rebounds und kaum Ballverluste. Ist jetzt der Knoten geplatzt?

Troutman: Schauen sie sich unser Team an. Bei uns kann jeder passen, von draußen treffen oder zum Korb gehen. Der Kader besteht aus Topspielern. Wir müssen es nur schaffen, gute Entscheidungen zu treffen, dann laufen einige heiß und wir sind schwer zu stoppen.

SPORT1: Bei allem Lob ist es dennoch eine weitere Niederlage. Wie sehen Sie die Chancen auf das Erreichen der Top 16?

Troutman: Wir haben es selbst in der Hand, das ist wichtig. Wenn wir beide ausstehenden Spiele gewinnen, sind wir weiter. Das muss unsere Einstellung sein.

SPORT1: Befürchten Sie mit Blick auf die nächsten schweren Partien ein emotionales Loch?

Troutman: Nein, wir haben hier eine Gruppe auch mental sehr starker Jungs. Alle werden die nächsten Spiele genauso intensiv und aggressiv angehen. Wir werden sofort wieder voll da sein.

SPORT1: Am Wochenende geht es zum nächsten Topduell bei den Artland Dragons. Dort haben Sie seit dem Aufstieg von fünf Partien nur eine gewonnen?

Troutman: Artland ist zu Hause immer sehr stark und hat richtig gute Spieler. Ich bin sicher, sie werden uns von Anfang richtig testen. Ich denke, diese knapp zwei Tage werden reichen, um uns physisch zu erholen und die mentale Einstellung zu finden. Diese schnellen Wechsel zwischen Euroleague und Liga sind wir mittlerweile gewohnt. Das wird von Bayern auch erwartet.

SPORT1: Big John Bryant hat sich vor dem Piräus-Spiel von seiner Haarpracht getrennt, und das Team liefert eine fantastische Leistung ab. Haben Sie schon einen Termin beim Friseur?

Troutman (lacht): Auf keinen Fall! John hat es ja für einen guten Zweck und aus persönlichen Gründen gemacht. Bei mir kommt das nicht in Frage.

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