Die Bayern flößen der Konkurrenz mit dem Coup gegen den Meister Angst ein. Das Coming-Out des Lokalhelden ist nur der Anfang.

[kaltura id="0_msyjfoud" class="full_size" title=""]

Vom FC Bayern berichtet Eric Böhm

München - Jetzt haben sie auch noch das "Wiesn-Gen" der Fußballer.

Am letzten Tag des Oktoberfestes untermauerte der runderneuerte FC Bayern München von Cheftrainer Svetislav Pesic mit dem 84:74-Erfolg (Bericht) über die Brose Baskets Bamberg seine Titelansprüche in der Beko BBL.

Trotz neun Neuzugängen wirkten die Bayern über weite Strecken eingespielter als der Serienmeister und widerstanden auch dessen Aufbäumen in der Endphase.

"Wir haben sehr gute Spieler und es war nur eine Frage der Zeit, bis wir uns im System von Coach Pesic wohlfühlen. Die Chemie ist schon auf einem Toplevel. Aber wir können noch besser sein", betonte Nihad Djedovic auf SPORT1-Nachfrage.

Großes Lob von Pesic

Der von ALBA Berlin nach München gekommene Bosnier legte auf vertrautem Boden ein denkwürdiges Heimdebüt hin.

Mit unermüdlichem Eifer beackerte der 23-Jährige, der nach seiner Geburt mit den Eltern für sieben Jahre nach München übersiedelte, Finals-MVP Anton Gavel und verdiente sich ein Extralob des Coaches (STENOGRAMME: Der 2. Spieltag).

"Er ist sehr vielseitig, der noch vor seiner besten Zeit steht. Er war defensiv sehr wichtig und hat offensiv seine Belohnung am Ende bekommen", sagte Pesic auf SPORT1-Nachfrage.

Djedovic wie geschaffen für FCB-System

Vor einem Jahr war Djedovic mit den Vorschusslorbeeren eines europäischen Supertalents in die Hauptstadt gekommen und legte eine gute, aber keine herausragende Saison hin.

Vor allem sein irrer Dreier mit Brett in der Schlussminute machte den ersten Gipfel der Beko BBL nun zum großen Coming-Out. Nicht nur für Bambergs Trainer Chris Fleming war er am Ende "ausschlaggebend". (Die Beko BBL LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und auf SPORT1.fm)

Mit seiner Balance aus aggressiver Verteidigung und schnellem Umschaltspiel ist Djedovic für Pesics Spielidee wie geschaffen und schon jetzt als erster Shooting Guard gesetzt.

[image id="84a6ce77-63c8-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Ein Zeichen von Qualität"

Generell bleibt festzuhalten, dass sich der serbische Trainerfuchs mit dem von ihm zusammengestellten Personal deutlich wohler fühlt.

Wechselte er in der vergangenen Saison noch bis in die Playoffs durch, kamen diesmal nur neun Spieler mehr als 14 Minuten zum Einsatz. Leidtragender war Scharfschütze Lucca Staiger, der ohne Einsatz blieb.

Das schon phasenweise richtig gute Kombinationsspiel drückte sich in 20 Assists und einer anderen Statistik aus. "Wir hatten in den letzten zwanzig Minuten keinen Ballverlust. Das ist ein Zeichen von Qualität", meinte Pesic.

Neuformierte Bayern bärenstark

Beispielhaft für die ungeheure Ausgeglichenheit stand gegen Bamberg der neue Spielgestalter Malcolm Delaney. Er traf zwar nur einen von sieben Würfen, lieferte aber sieben Assists.

"Bei uns kann jeder ein Spiel auf verschiedene Arten entscheiden. Psychologisch ist es immer gut, gegen Bamberg zu gewinnen", erklärte der aktuell von der Bank kommende Nationalspieler Robin Benzing.

Um die Wachablösung im deutschen Basketball einzuleiten, ist es zwar am 2. Spieltag noch deutlich zu früh. Das blitzschnelle Zusammenwachsen der neuen "Roten Riesen" dürfte der Konkurrenz jedoch einen ordentlichen Schauer über den Rücken jagen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Konkurrenz gibt nicht auf

Denn plötzlich halten selbst im engen Duell gegen die ultracoolen Bamberger die Nerven - die große Achillesfersen des Ligakrösus in den vergangenen beiden Spielzeiten, nicht zuletzt in der verlorenen Halbfinalserie gegen die Brose Baskets vor drei Monaten.

Das Interesse an Tibor Pleiß zeigt zudem, dass längst nicht alle Mittel ausgeschöpft sind, dennoch werden Bamberg und Co. nicht die Waffen strecken.

Bei den Brose Baskets ist das "Meisterherz" nach wie vor ein großer Faktor. Fast hätten sie auch diese Partie mit dem unbändigen Kampfgeist der goldenen Generation um Gavel, Casey Jacobsen und John Goldsberry noch gedreht.

"Wir sehen uns in Bamberg"

Zudem deutete der dynamische Neuzugang Zack Wright seine Klasse im Aufbau mehr als nur an. Sein fünftes Foul im Duell mit Djedovic war ein entscheidender Faktor.

Im Gegensatz zu den Münchnern sind die Franken zudem die Doppelbelastung in der Euroleague seit Jahren gewohnt.

Entsprechend wünschte Fleming dem großen Rivalen schon einmal Glück für die europäischen Aufgaben und kündigte eine heiße Revanche an: "Wir sehen uns in Bamberg."

Weiterlesen