Nihad Djedovic versenkt den spielentscheidenden Dreier © getty

Die Münchner untermauern im spannenden Topspiel gegen den Meister ihren Titelanspruch. Djedovic meldet Bayerns Wunschkandidat ab.

Vom FC Bayern berichtet Eric Böhm

München - Das hat gesessen: Der FC Bayern München hat ein frühes Ausrufezeichen gesetzt.

Im ersten Kracher der neuen Saison in der Beko BBL schlugen die Münchner Brose Baskets Bamberg bei ihrer Heimpremiere in einem intensiven Thriler mit 84:74 (42:33). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für die Gastgeber von Coach Svetislav Pesic erzielte der neue Center John Bryant 13 Punkte. Aufseiten des Titelverteidigers lieferte Kapitän Casey Jacobsen (17) eine Topleistung ab.

Zum Matchwinner wurde jedoch Flügelspieler Nihad Djedovic (14 Zähler), der Finals-MVP Anton Gavel abmeldete und in der Schlussphase zweimal eiskalt von draußen zuschlug.

Komplett neue Startformation

Nach jeweils eher mühevollen Auftakterfolgen war es für die beiden Topfavoriten die große Standortbestimmung und gleichzeitig das erste Wiedersehen seit dem Playoff-Halbfinale.

Vor genau drei Monaten hatte Bamberg auf dem Weg zum vierten Meistertitel in Folge den Krösus aus der bayerischen Hauptstadt erst im fünften Spiel ausgeschalten.

Seitdem ist speziell beim FCB kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Bei Bayern begannen mit Malcolm Delaney, Djedovic, Bryce Taylor, Boris Savovic und MVP Bryant fünf der insgesamt neun Neuzugänge.

Forward Deon Thompson musste mit seiner gebrochenen rechten Hand erneut vom Spielfeldrand zuschauen.

Bryants Blitzstart

Die Brose Baskets brachten von ihren drei neuen US-Profis dagegen nur mit Zack Wright. Novica Velickovic absolviert nach wie vor Aufbautraining.

[image id="9b4c254b-63c8-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Dennoch erwischten die Bayern den besseren Start. Schon nach gut zwei Minuten nahm Gästecoach Chris Fleming vor den Augen von Uli Hoeneß, Matthias Sammer und Bastian Schweinsteiger beim Stand von 4:10 die erste Auszeit.

Nach Bryants Blitzstart mit sieben Punkten fand Bamberg erst langsam ins Spiel. Die Gastgeber bewiesen eine gute Balance aus Inside-Präsenz und Würfen aus der Mitteldistanz. Die 24:16-Führung nach dem ersten Viertel war die logische Folge.

Jacobsen hält Bamberg im Spiel

Vor allem in Korbnähe dominierten die "Roten Riesen" fast nach Belieben. Chevy Troutman (14 Zähler) wühlte zu Pesics Zufriedenheit, Kapitän Steffen Hamann erhöhte per Dreier. Der 9:0-Lauf brachte das 35:18.

Die Trainerlegende hatte nach dem Auftritt in Bonn die Defensive bemängelt, diesbezüglich steigerte sich seine Mannschaft in der ersten Hälfte gegen den Serienmeister.

Die Franken kamen fast ausschließlich über Einzelaktionen durch Wright (12 Zähler) oder den starken Routinier Jacobsen zum Erfolg. Der im Sommer so heftig aus München umworbene Gavel punktete erst zwei Minuten vor der Pause erstmals. Djedovics Länge machte ihm über die komplette Spielzeit zu schaffen.

Bamberg zeigt Meisterherz

Dennoch ging es nur mit einem 33:42-Rückstand in die Kabine. Dass dies gegen die abgezockten Bamberger gefährlich ist, zeigten die ersten Minuten des dritten Viertels.

Center Maik Zirbes gab mit einem krachenden Dunking das Startsignal. Näher als auf fünf Zähler kam Flemings Team zwar zunächst nicht heran, das Herz des Meisters machte sich aber endlich bemerkbar.

Plötzlich war es aber auch von der Intensität das erhoffte Spitzenspiel. John Goldsberrys eiskalte Dreier waren ein Vorgeschmack auf das Schlussviertel. Bayerns Vorsprung schmolz auf 61:58.

Gavel taucht auf

Wie ein hochklassiger Schwergewichtskampf wogte die Partie nun hin und her. Der bis dahin völlig indisponierte Gavel (11 Punkte) versenkte sieben Minuten vor Schluss einen Dreier zum 65:65. (STENOGRAMME: Der 2. Spieltag)

Nun fehlte den Bayern das starke Kombinationsspiel der ersten Hälfte. Wieder war es Gavel der Bamberg kurz darauf zum ersten Mal überhaupt in Führung schoss.

Djedovic holte in der Verteidigung gegen den pfeilschnellen Gäste-Spielmacher Wright das fünfte Foul heraus. Troutman sorgte im Gegenzug für die erneute FCB-Führung.

Djedovic als Matchwinner

Die letzten 100 Sekunden wurden bei ausgeglichenem Spielstand zur Nervenschlacht. Djedovic krönte seine tolle Abwehrleistung mit zwei Wahnsinnsdreiern - einer davon mit Brett.

Zirbes zeigte auf der Gegenseite von der Freiwurflinie Wirkung und traf nur einmal. Beim Stand von 74:79 aus Sicht der Gäste verlor Gavel den Ball und Troutman ließ es zum vorentscheidenden 81:74 krachen. (Die Beko BBL LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und auf SPORT1.fm)

Weiterlesen