Bambergs Anton Gavel (r., hier gegen Bayerns Demond Greene) wurde bei den Finals 2013 zum MVP gewählt © getty

Im SPORT1-Interview spricht Bambergs Anton Gavel über den Hit gegen Bayern, den Lockruf des Geldes, Müßiggang und seine Zukunft.

Von Florian Pertsch

München - FC Bayern München versus Brose Baskets Bamberg:

In der Beko BBL kommt es bereits am 2. Spieltag zum Knaller (So., 16.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im GRATIS-LIVESTREAM und auf SPORT1.fm).

Und auch Bambergs Guard Anton Gavel dürfte dabei in den Blickpunkt geraten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der slowakische Leistungsträger will den Münchnern erneut das Nachsehen geben - wie in der Vorsaison nach einer damatischen Playoff-Halbfinalserie (3:2).

Nach dem 86:70-Saisonstart gegen den Mitteldeutschen BC (Bericht) spricht Gavel im SPORT1-Interview über das Projekt FC Bayern, den Lockruf des Geldes, Müßiggang, persönliche Auszeichnungen - und seine Zukunft.

SPORT1: Herr Gavel, Glückwunsch zum Auftaktsieg gegen den MBC. Der Erfolg war aber ein hartes Stück Arbeit, oder?

Anton Gavel: Der Saisonstart ist immer etwas schwierig, Weißenfels hatte zudem nichts zu verlieren. Aber ohne überheblich klingen zu wollen: Den Gedanken an eine Niederlage hatten wir zu keinem Zeitpunkt.

SPORT1: MVP John Bryant hat sich nach einer anstrengenden Saison zur Belohnung einige Pfunde in Kalifornien angefuttert. Sie als Finals-MVP hatten noch einige Spiele mehr zu absolvieren ? wie haben Sie sich in der Offseason belohnt?

Gavel: Jeder hat seine eigene Art, die Freizeit zu genießen. Ich hatte natürlich auch frei und habe viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Der Sommer war aber schon ein bisschen ungewöhnlich, da ich zum ersten Mal seit Jahren nicht mit der Nationalmannschaft unterwegs war. Es war aber trotzdem schön, so konnte ich ein bisschen vom Basketball abschalten.

SPORT1: Was glauben Sie, wer von Ihnen beiden diesmal welche Awards holt?

Gavel: Von mir aus kann John Bryant alle Awards haben. Die sind mir völlig egal, solange wir zum fünften Mal Meister werden.

SPORT1: Anders als Bryant haben Sie den Lockrufen aus München widerstanden. Entgeht Ihnen dadurch nicht eine Menge an Geld?

Gavel: Das ist doch völlig egal, in bin zufrieden, dass ich in Bamberg bin. Es wurde schon genug darüber geredet. Ich konzentriere mich jetzt lieber auf die Saison.

SPORT1: Bambergs Bemühungen, Sie über 2014 hinaus unter Vertrag zu nehmen, sind ebenfalls gescheitert. Wann werden Sie die Fragen nach Ihrer Zukunft klären?

Gavel: Die Saison ist doch erst einen Spieltag alt. Sich jetzt schon Gedanken über die nächste Saison zu machen, wäre komplett zu früh. Diese Saison zählt - alles andere ist bloß Zukunftsmusik.

SPORT1: Wie bewerten Sie denn die Transferpolitik der Bayern, die ja einige Schlüsselspieler von Konkurrenten - vor allem von ALBA Berlin - geholt haben?

Gavel: Mir kann das letztendlich egal sein, das ist Sache von Bayern München. Mich hat nur überrascht, dass so viele Spieler von Berlin nach München gegangen sind. Bayern hat ein sehr interessantes Projekt, da wollen natürlich viele Spieler dran teilhaben.

SPORT1: Auf den Guard-Positionen hat sich der FCB mit Delaney, Djedovic sowie den deutschen Nationalspielern Schaffartzik und Staiger prominent verstärkt. Sind die Bayern da sogar besser als Bamberg aufgestellt?

Gavel: So eine große Konkurrenz auf einer Position ist zunächst einmal gut, da man sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen kann. Andererseits werden nicht alle auf ihre gewohnte Spielzeit kommen. Sie haben definitiv an Tiefe gewonnen. Unsere Spieler sind vielleicht nicht so bekannt wie die Neuzugänge der Bayern, aber bislang konnten wir uns immer auf unser hervorragendes Scouting verlassen.

SPORT1: Sie haben mit Zackary Wright einen neuen Nebenmann. Was ändert sich im Vergleich zu Alex Renfroe?

Gavel: Alex kam erst sehr spät in der Saison zu uns, so lange habe ich nicht mit ihm zusammen gespielt. Zack ist jetzt von Anfang an dabei und hat sich von der zweiten deutschen Liga bis nach St. Petersburg hochgearbeitet. Er ist sehr erfahren und pfeilschnell. Er wird uns bei unseren Zielen sehr helfen.

SPORT1: Wie groß ist die Chance, dass wir am Sonntag den Deutschen Meister 2014 zu sehen bekommen?

Gavel (lacht): Das war die Frage, die ich in den vergangenen Tagen wohl am häufigsten beantworten musste. Für die Presse ist es natürlich ein tolles Spiel, aber beide Teams sind sicher noch nicht so weit, wie sie gern wären. Es spielen sicher mehr als zwei Teams um den Titel, die Partie wird in meinen Augen überbewertet.

SPORT1: Wenn Sie auf Ihren Klub und auf das aktuelle Team schauen: Welche Vorteile haben die Brose Baskets gegenüber den Bayern?

Gavel: Unser Team ist größtenteils zusammengeblieben, insofern haben wir mit vier gewonnen Titeln mehr Erfahrung. Wir haben das Wissen und das Selbstvertrauen, um enge Spiel zu entscheiden. Das ist zumindest ein kleiner Vorteil.

[kaltura id="0_8vocu4jg" class="full_size" title="Chevy Drive bringt FCB Auftaktsieg"]

Weiterlesen