Patrick Femerling sieht den FCB nicht zwangsläufig als ersten Anwärter auf den Titel © SPORT1

Meister Bamberg, Emporkömmling München oder doch ein Coup? Vor dem Saisonauftakt wagt Patrick Femerling eine Prognose.

München - Patrick Femerling hat alle Hände voll zu tun. Nicht nur zu Hause mit seinen beiden Töchtern.

"Ich hab' jetzt 18, 19 Kinder mehr", sagt der deutsche Rekordnationalspieler und denkt dabei an die jungen Basketballer, die er als Nachwuchstrainer auf die Herausforderungen bei den "Großen" vorbereitet.

"Hoffentlich kommt da irgendwann einer raus", sagt der 38-jährige, der für SPORT1 als Experte oft am Mikro sitzt. Er weiß, wie weit der Weg nach ganz oben ist (DATENCENTER: Der Spielplan der Beko BBL).

Erste Vorstellung nach Runderneuerung

Femerling ist nur Zuschauer, so wie seine U16 von ALBA Berlin, wenn es in dieser Woche wieder in der Beko BBL losgeht.

Am Mittwoch (ab 19.30 Uhr LIVESCORES) beginnt die neue Saison mit dem Auftritt von Meister Brose Baskets Bamberg gegen den Mitteldeutschen BC, einen Tag später blickt alles nach Bonn.

Bei den Telekom Baskets gibt Bayern München seine erste Vorstellung nach der Runderneuerung ab (15.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im GRATIS-LIVESTREAM).

Mindestens 40 Spiele live

Diesmal ist Femerling, Experte für den TV-Sender SPORT1, der in dieser Saison mindestens 40 Spiele live überträgt, nicht vor Ort, sondern schaut nur aus der Ferne zu.

Der 221-malige Nationalspieler ist dennoch gut vorbereitet, er hat den Hype um das Projekt genau verfolgt.

"Es ist medial nicht schlecht, dass Bayern München ein Thema ist. Das ist eine Marke, die weltweit anerkannt ist", sagt der gebürtige Hamburger: "Aber das wird den anderen Mannschaften nicht ganz gerecht."

Erster Anwärter auf den Titel

Fast alles dreht sich um den Emporkömmling mit seinen neun neuen Spielern. Nicht wenige sehen die Mannschaft von Erfolgscoach Svetislav Pesic nach den vielen Transfers, darunter der zweimalige MVP John Bryant (ratiopharm Ulm), als ersten Anwärter auf den Titel. Femerling ist da etwas vorsichtiger.

"Ich denke, Bamberg ist immer noch Favorit. Wenn man so stark spielt über die letzten Jahre, durchweg", sagt der dreimalige Meister über den sechsmaligen Meister.

Zuletzt hatten die Franken viermal in Serie triumphiert. In diesem Jahr, nachdem die Bayern im Halbfinale ausgeschaltet worden waren (3:2).

Aufmerksamkeit als Problem?

Natürlich traut Femerling auch den finanzkräftigen Münchnern viel zu. Die große Aufmerksamkeit könne aber zum Problem werden. "Es ist auch den Bayern manchmal sicher nicht ganz recht, immer im Fokus zu stehen und nicht in Ruhe arbeiten zu können", meint er.

Vier Neue der Bayern kamen aus Berlin. Von dem Klub, für den Femerling fünf Jahre lang erfolgreich gespielt hat. Seit diesem Sommer kümmert er sich um die jungen "Albatrosse" und hofft, dass sein Klub auch nach dem abermals großen Umbruch eine gute Rolle spielen kann.

"Man wird sich nicht mit dem zwölften Platz zufriedengeben. Das ist nicht der Anspruch des Vereins", sagt Femerling: "Mit Bamberg, Bayern, Oldenburg und Ulm spielen vier sehr gute Mannschaften oben mit. Da muss man seinen Platz finden. Dahinter kann viel passieren."

ALBA: ein "Kader mit Perspektive"

Der frühere Center glaubt, dass ALBA noch etwas Zeit braucht.

"Es ist ein Kader mit Perspektive, der vielleicht nicht im ersten, aber vielleicht im dritten oder vierten Jahr die Gewinne abwirft, die man sich erhofft", erklärt Familienvater Femerling, der als Spieler wegen seiner stets bis zu den Knien hochgezogenen Strümpfe "Socke" genannt wurde.

Immerhin holte sich Pokalsieger Berlin am vergangenen Samstag den Champions Cup, den ersten (eher unbedeutenden) Titel der Saison (Bericht).

13 Jahre die Knochen hingehalten

Und das mit einem höchst seltenen Sieg über die deutsche Nummer eins Bamberg. Eine Schwäche des Titelverteidigers lässt sich für Femerling nicht daraus ablesen. "Der Kader ist gut. Die werden in zwei, drei Monaten ein anderes Gesicht haben."

Femerling weiß, wovon er spricht. 13 Jahre lang hat er als Profi die Knochen hingehalten. In der Saison ist er bei SPORT1 als TV-Fachmann gefragt, meist steht der 2,15-m-Riese aber mit seinen Teenagern in der Halle: "Das macht großen Spaß."

(Rudelgucken und Trash-Talk mit SPORT1)

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