Steffen Hamann kam 2010 von ALBA Berlin zum FC Bayern © imago

Bei SPORT1 spricht Bayern-Kapitän Steffen Hamann über die holprige Vorbereitung, seine neue Rolle und seine Zukunft.

Von Florian Pertsch

München - Es ist Steffen Hamanns vierte Saison bei Bayern München.

Neben Demond Greene ist der Point Guard der dienstälteste Spieler beim ambitionierten Basketball-Projekt in München.

Nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft nutzte Hamann die anstrengende Vorbereitung, um sich für den dritten Anlauf auf den Beko-BBL-Titel in Form zu bringen (DATENCENTER: Der Spielplan der Beko BBL).

Mit 14 Bundesliga-Jahren auf dem Buckel wird Hamann in dieser Saison wahrscheinlich nicht mehr zu den absoluten Leistungsträgern des Teams gehören.

Doch der Aufbauspieler hat sich mental auf die neue Herausforderung eingestellt.

Im SPORT1-Interview spricht der Kapitän des FC Bayern über seine neue Rolle beim Meisterschaftskandidaten, die Vorbereitung und eine Zukunft als Trainer.

SPORT1: Die Vorbereitung ist vorbei, zuletzt gab es vier Niederlagen in Folge. Wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen der Mannschaft?

Steffen Hamann: Wir haben in den letzten beiden Wochen sehr viel gearbeitet und haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Nationalspieler kamen erst spät dazu, nicht nur Bryce Taylor war verletzt. Wenn wir unsere Systeme spielen, machen wir jeden Einzelnen stärker. Keiner muss das Spiel allein auf seinen Schultern tragen. Dennoch ist noch Luft nach oben. Es wäre aber auch schlimm, wenn es nicht so wäre.

SPORT1: War die Vorbereitung mit den vielen Testspielen und dem Trainingslager vielleicht sogar zu strapaziös?

Hamann: Man kann natürlich viel trainieren und sich zusammensetzen, entscheidend ist aber die Spielpraxis, und die fehlt noch etwas. Insofern halte ich das Spiel in Ulm für sehr wichtig, auch wenn wir sicher besser spielen können. Die Partie hat uns auf den Saisonstart in Bonn vorbereitet. Ohne viel Arbeit werden wir am Ende nichts erreichen.

SPORT1: Auf welchem Leistungsniveau steht der FC Bayern gerade?

Hamann: Sehr schwierig zu sagen, aber zu 100 Prozent fehlt uns vielleicht noch ein wenig.

SPORT1: Was wird die Bayern in der neuen Saison erwarten?

Hamann: Es wird wie immer sein. Der Name Bayern polarisiert, alle wollen uns verlieren sehen. Wir waren ganz groß in den Medien und werden die Gejagten sein.

SPORT1: Werden die Anfeindungen der Liga-Konkurrenten, Bayern würde die Liga leerkaufen, teamintern diskutiert oder lässt Euch das kalt?

Hamann: Wir reden über unsere Ziele, die können wir beeinflussen. Was geschrieben und geredet wird, das ist uns ziemlich egal.

SPORT1: Sie sind mit Demond Greene der dienstälteste Bayern-Spieler. Sie treten vermehrt als Mentor für junge Spieler wie zum Beispiel Sebastian Schmitt auf. Wie kam es zu der neuen Aufgabe?

Hamann: Das lernt man über die Zeit. Durch so ein großes Projekt wächst man natürlich auch als Persönlichkeit. Ich bin jetzt vier Jahre dabei und will den Jungs auf und neben dem Platz helfen. Meine Rolle in dieser Saison wird sicher etwas anders sein, aber ich bin der Kapitän der Mannschaft und gehe mit gutem Beispiel voran. Und das mache ich mit großer Leidenschaft.

SPORT1: Sie sagten, Ihre Rolle wird anders aussehen. Befürchten Sie als Kapitän Autoritätsprobleme, wenn die Spielzeit im Vergleich zu letztem Jahr sinkt?

Hamann: Ich habe mich mental auf diese Saison vorbereitet. Es ist mit Svetislav (Pesic, Anm. d. Red) klar kommuniziert: Wenn er mich braucht, dann bin ich da. Er hat mir auch vermittelt, wer sich im Training anstrengt, bekommt seine Minuten im Spiel. Genau so werde ich in die Saison gehen.

SPORT1: Ihr ehemaliger Nationalmannschaftskollege Patrick Femerling hat seinen Trainerschein gemacht und arbeite jetzt als JBBL-Coach bei ALBA Berlin. Gibt es bei Ihnen auch Überlegungen in diese Richtung?

Hamann: Für mich geht es momentan nur um Basketball - also Basketball spielen. Keine Ahnung, wie lange meine Karriere noch geht. Ab und an macht man sich sicherlich ein paar kleine Gedanken, aber derzeit liegt der Fokus noch auf der aktiven Karriere.

SPORT1: Aber vorstellen könnten Sie sich das schon, oder?

Hamann: Also von mir aus werde ich in München gerne alt, ja.

(Rudelgucken und Trash-Talk mit SPORT1)

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