Mithat Demirel spielte von 1997 bis 2004 für ALBA Berlin © getty

Berlins Demirel wundert sich bei SPORT1.fm über das Wildern des FCB. Bambergs Heyder will Gavel beim Deutschen Meister halten.

Von Rudi Brückner

München - Das Zeichen an die Konkurrenz ist deutlich. Mit acht Neuverpflichtungen rüstete der FC Bayern seinen Kader für die kommende Saison in der Beko BBL mächtig auf (Spielplan Beko BBL).

Für Wolfgang Heyder, Geschäftsführer der Brose Baskets Bamberg, kommt diese Offensive alles andere als überraschend.

"Uns war klar, als Bayern München vor vier Jahren in den Basketball eingestiegen ist, dass sie große Ziele verfolgen und entsprechend investieren werden", sagte Heyder im Interview mit SPORT1.fm.

Der Manager des Deutschen Meisters erläuterte: "Für mich ist es keine Überraschung, dass die Bayern jetzt versuchen, die besten Spieler nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Europa zu verpflichten."

ALBA-Sportdirektor verwundert

Vier der acht Neuen rekrutierten die Bayern bei Pokalsieger ALBA - was den Berliner Sportdirektor Mithat Demirel einigermaßen verwundert.

"Dass gleich vier Spieler zu einem Klub wechseln, ist natürlich neu und auch nicht so üblich", sagte er zu SPORT1.fm.

Nihad Djedovic, Deon Thompson sowie die deutschen Nationalspieler Yassin Idbihi und Heiko Schaffartzik wechselten aus der Hauptstadt zu den Roten Riesen.

ALBA entwickelt eigenen Weg

Die Frage, ob der FC Bayern die ALBA-Mannschaft zerstört hätte, verneinte Demirel dennoch.

"Wir entwickeln unseren eigenen Weg"

Trotz des Aderlasses und der finanziellen Nachteile gegenüber dem FCB wehrt sich der 35-Jährige gegen die Darstellung, ALBA habe Probleme, geeignete Spieler zu verpflichten.

"Wir haben sehr früh angefangen, unser Team zu bauen und unseren eigenen Weg zu entwickeln, den wir die nächsten Jahre gehen wollen", sagt Demirel.

Heyder: Gavel dachte an Wechsel

Ihren Erfolgsweg weitergehen wollen die Brose Baskets Bamberg.

Der Deutsche Meister muss aber befürchten, dass Finals-MVP Anton Gavel 2014 zu den Bayern überläuft. "Der Vertrag läuft am Ende der Saison aus, dann wird man sehen in welche Richtung es geht", sagte Geschäftsführer Wolfgang Heyder bei SPORT1.fm.

Er gab zu, dass sich der eingebürgerte Combo-Guard bereits in diesem Jahr über einen Wechsel zu den Münchner, die hartnäckig um ihn buhlen, nachgedacht hat.

"Es geht natürlich für einen Sportler auch immer wieder darum, neue Herausforderungen zu finden. Das war auch der Grund, warum er sich mit dem Thema beschäftigt hat."

Bamberg will auch europäisch hoch hinaus

Heyder hält aber dagegen, dass die Erfolge für Bamberg sprechen: "Wir wollen ihm diese Herausforderungen natürlich auch bieten. Wir wollen auch in Zukunft ganz vorne mitspielen und auch Meister werden - auch trotz der Offensive der Bayern."

Und in der Euroleague, in der die Münchner ihr Debüt geben, versucht Bamberg sogar noch höher herauszukommen als in der vorigen Saison. Nach dem Einzug in die Top-16-Runde soll es diesmal bis ins Viertelfinale gehen.

Dann hätten die Franken im Poker um Gavel gute Karten. Eine Vorentscheidung sei jedenfalls noch nicht gefallen: "Anton hat uns versichert, dass er noch nichts unterschrieben hat und dass es keinerlei Vorverträge gibt."

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