Rickey Paulding wechselte 2007 von BCM Gravelines zu den Baskets Oldenburg © imago

Vor dem Derby gegen Artland spricht Oldenburgs Forward über die Vormachtstellung in Niedersachsen und seine Vereinstreue.

Von Tobias Wiltschek

München/Oldenburg - Rickey Paulding war schon dort, wo seine Teamkollegen so gerne noch hinwollen.

Der US-Amerikaner ist der letzte Verbliebene aus der Oldenburger Meistermannschaft von 2009 (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Am besten erinnere ich mich noch an das Gefühl direkt nach dem gewonnenen fünften Spiel. Das war wirklich großartig", erzählt Paulding im Interview mit SPORT1.

Aktuell sind die Baskets Dritter, wettbewerbsübergreifend konnte die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski vier der vergangenen fünf Spiele gewinnen.

Es geht um die Vormachtstellung

Nun geht es um die Vormachtstellung in Niedersachsen.

Vor dem dritten Aufeinandertreffen in dieser Saison mit den Artland Dragons (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) spricht Rickey Paulding über das Derby, seine Erinnerungen an den Meistercoup und er erklärt, warum er Oldenburg schon seit 2007 die Treue hält.

SPORT1: Herr Paulding, bereits zum dritten Mal stehen sich Oldenburg und Artland in dieser Saison gegenüber. Bislang gab es für beide Teams je einen Sieg, wie geht es diesmal aus?

Rickey Paulding: Das wird ein hart umkämpftes Spiel. Beide Mannschaften spielen sehr hart. Dazu kommt, dass es in dieser Region hier ein echtes Derby ist. Jeder freut sich darauf. Ich glaube auch, dass sie mit einem großen Siegeswillen zu uns kommen werden. Wir müssen darauf vorbereitet sein und unseren Heimvorteil nutzen.

SPORT1: Schmerzt die knappe Niederlage im Pokal-Viertelfinale noch sehr?

Paulding: Die Niederlage schmerzt tatsächlich noch sehr. Denn wir waren dem Sieg damals sehr nahe und wollten unbedingt das Top-Four-Turnier erreichen. Daher war das schon eine Enttäuschung für uns. Aber das ist jetzt vorbei. Wir wollen am Samstag alles geben, um zu gewinnen.

SPORT1: Wettbewerbsübergreifend konnten die Baskets von den letzten fünf Spielen vier gewinnen? Warum läuft es derzeit so gut?

Paulding: Wir sind derzeit einfach sehr selbstbewusst und wissen, was wir tun müssen, um erfolgreich zu sein. Das heißt, wir müssen immer sehr konzentriert auftreten und in der Defensive sehr hart arbeiten. Wenn wir das schaffen, gewinnen wir auch viele Spiele.

SPORT1: In der Tabelle liegt Ihr Team derzeit zwei Punkte hinter den Bayern, die allerdings auch schon zwei Spiele mehr absolviert haben. Ist der zweite Tabellenplatz noch das Ziel oder schonen Sie sich allmählich schon für die Playoffs?

Paulding: Für uns ist der zweite Platz sicherlich noch realistisch - und den wollen wir auch erreichen. Doch dafür müssen wir noch einige Spiele gewinnen, auch auswärts, und dürfen keinen Gegner unterschätzen. Aber wir wollen den zweiten Platz erreichen.

SPORT1: Birgt das Duell mit den Dragons auch aufgrund der regionalen Nähe besondere Brisanz?

Paulding: Ja, die Fans hier fiebern dem Spiel schon richtig entgegen. Auch die Artland Dragons bringen sehr viele Anhänger mit. In der Halle wird eine ganz besondere Atmosphäre herrschen. Diese Stimmung wollen wir zwar aufsaugen. Aber es muss uns auch klar sein, dass es ein Spiel wie jedes anderes ist. Sonst laufen wir Gefahr, unsere Konzentration auf das Wesentliche zu verlieren.

SPORT1: Wie sieht Ihr persönliches Saisonfazit bislang aus? Nach Julius Jenkins und Adam Chubb sind Sie aktuell drittbester Scorer Ihres Teams.

Paulding: Es freut mich natürlich, dass ich zu unserem Erfolg meinen Teil beisteuern kann. Aber auch Spieler wie Julius und Adam zeigen schon die gesamte Saison über gute Leistungen. Unser Trainer Sebastian Machowski gibt uns allen sehr viel Selbstvertrauen. Das führt dazu, dass wir viele freie Würfe nehmen.

SPORT1: Was ist für Oldenburg in dieser Saison drin?

Paulding: Unser oberstes Ziel ist es, die Playoffs zu erreichen. Die haben wir in der vergangenen Saison ja nicht erreicht. Wenn wir das geschafft haben, müssen wir noch einige andere sehr gute Mannschaften schlagen. Da denke ich vor allem an Bamberg, aber auch an München, Ulm, Artland und Berlin. Das liegt alles noch vor uns.

SPORT1: Sie sind der letzte Verbliebene aus der Oldenburger Meistermannschaft von 2009. Wagen Sie es, erneut von einem derartigen Coup zu träumen?

Paulding: Ja, aber davon träumt sicherlich jede Mannschaft. Ich würde natürlich dieses Gefühl sehr gerne noch einmal erleben. Ich denke auch, dass das möglich ist. Aber dafür muss man sehr hart arbeiten, immer fokussiert sein und auch die besten Teams schlagen.

SPORT1: Welche Erinnerungen verbinden Sie noch mit dem Titel vor vier Jahren?

Paulding: Am besten erinnere ich mich noch an das Gefühl direkt nach dem gewonnenen fünften Spiel. Das war wirklich großartig. Wir haben so hart dafür gearbeitet, am Ende ganz oben zu stehen.

SPORT1: Ihr Vertrag in Oldenburg läuft noch bis Ende der kommenden Saison. Sie sind seit 2007 dort. Das ist sehr lang für heutige Verhältnisse. Was hält Sie so lange in Oldenburg?

Paulding: Die Stadt ist großartig, die Fans sind phänomenal. Auch als Familienvater mit zwei Kindern, das dritte ist unterwegs, fühle ich mich hier richtig wohl.

SPORT1: Könnten Sie sich vorstellen, Ihre Karriere in Oldenburg zu beenden?

Paulding: Das würde ich mir wünschen. In Oldenburg lebt es sich sehr angenehm. Nachdem ich hier schon sehr lange wohne, würde ich meine Karriere hier auch gerne ausklingen lassen.

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