Sasa Obradovic verweist bei SPORT1 auf die finanziellen Möglichkeiten des Rivalen. Marko Pesic kontert die verbalen Attacken.

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Vom FC Bayern berichtet Florian Pertsch

München - Als der FC Bayern München vor eineinhalb Jahren in die Beko BBL einzog, herrschte in der Liga große Einigkeit darüber, dass sich das Engagement der Münchner positiv auf den Basketball in Deutschland auswirken wird.

Das ambitionierte Budget des Liga-Neulings wurde mit dem Hinweis akzeptiert, Erfolg lasse sich auch im Basketball nicht kaufen.

Nach den letzten Triumphen über Serien-Meister Bamberg und ALBA Berlin wird der Ton aber rauer.

ALBA-Trainer Sasa Obradovic gratulierte den Bayern zum 79:61-Erfolg über seine Berliner (Bericht), konnte sich aber im Gespräch mit SPORT1 einen Verweis auf die unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten beider Vereine nicht verkneifen.

"Die Budgets sind nicht vergleichbar. Am Ende haben sie ungefähr doppelt so viel Geld wie wir zur Verfügung. Zwei unserer besten Spieler verdienen zusammen so viel wie einer von Bayern", grummelte Obradovic.

Pesic bleibt cool

Bayerns Geschäftsführer und sportlicher Leiter Marko Pesic reagierte auf Nachfrage von SPORT1 gelassen auf die Stichelei des ehemaligen Teamkollegen in Berlin und Köln.

"Um das bewerten zu können, müsste ich den Etat ALBAs kennen. Ich kenne ihn aber nicht, und er interessiert mich auch nicht", erklärte der Sohn von Bayern-Trainer Svetislav Pesic.

Ganz ungeschoren kamen die Berliner aber dann doch nicht davon. Pesic bemerkte spitz, dass ALBA sich auffällig häufig mit dem Rivalen aus Süddeutschland beschäftigt.

Botschaft an die Hauptstadt

"In Berlin wird in letzter Zeit ziemlich viel über Geld und andere Themen gesprochen, souverän sieht das für mich nicht aus", schickte Pesic eine deutliche Botschaft in die Hauptstadt:

"Wir hatten im November schwierige Zeiten. Da haben wir nur auf uns geschaut, damit wir unsere Probleme selber lösen. Und jetzt wo es gut läuft, kümmern wir uns auch nur um unsere Sachen. Gerade kommt es ein bisschen oft vor, dass Berlin Kommentare in unsere Richtung abgibt."

Auch nach den Erfolgen der letzten Wochen wehrt die sportliche Leitung der Münchner weiter das Prädikat Spitzenmannschaft ab (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Coach schaut auf die Fußballer

Pesic Senior sieht aktuell nur die Fußballer des FC Bayern als Spitzenmannschaft und Sohn Marko will sich nicht zu voreiligen Lobhudeleien hinreißen lassen: "Als wir Niederlagen einstecken mussten, bin ich nicht in eine Depression verfallen. Nach den Siegen werde ich jetzt nicht euphorisch."

Wie für seinen Vater zählt auch für den 36-Jährigen zunächst nur Kontinuität: "Fakt ist: Wir haben noch keine Argumente, um zu sagen, wir sind eine Spitzenmannschaft. Konservieren wir die Leistung der letzten Spiele, dann haben wir gute Chancen eine Spitzenmannschaft zu werden."

Zumindest in diesem Punkt stimmen Obradovic und Pesic Junior halbwegs überein, denn der Berliner Headcoach hält Bayern trotz ihres zweiten Tabellenplatzes nicht für die aktuell zweite Kraft im deutschen Basketball.

"Ich würde nicht sagen, dass sie das zweitstärkste Team der Liga sind. Sie haben sich den jetzigen Erfolg erarbeitet, dafür bekommen sie Respekt. Mehr aber auch nicht."

Rice angriffslustig

Etwas weiter aus dem Fenster lehnte sich Bayerns Aufbauspieler Tyrese Rice, der auf die Frage, ob Bayern jetzt die zweite Kraft im Basketball ist, mit einer kessen Gegenfrage antwortete: "Wer ist denn die erste Kraft?"

Die Antwort lieferte der Topscorer des ALBA-Spiels mit einem breiten Grinsen gleich selbst:

"Ich hasse es, das zu sagen, aber ohne Titel haben die letzten Siege keine Bedeutung. Aktuell ist Bamberg mit seinen Erfolgen noch die Basketball-Hauptstadt in Deutschland. Wir sind definitiv ein Top-Team, müssen uns aber in jedem Spiel neu beweisen."

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