Bayerns Präsident rückt beim Sieg über ALBA sein Altenheim-Zitat über Nowitzki zurecht, sieht dessen Zeit aber ablaufen.

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Vom FC Bayern berichtet Florian Pertsch

München - Trotz der besten Woche in der Geschichte der Bayern-Basketballer steht der meinungsfreudige Präsident über dem sportlichen Geschehen.

Nach dem Pokal-Coup in Bamberg und vor dem ersten Sieg gegen ALBA Berlin (Bericht) in der Beko BBL versuchte Uli Hoeneß, sein plötzliches Desinteresse an einer Verpflichtung von NBA-Superstar Dirk Nowitzki zurechtzurücken.

Unter der Woche hatte er verkündet, dass Dirkules die Schuhe in Amerika wohl erst an den Nagel hängen wird, wenn er kaum noch laufen kann. Dann sei er für die FC Bayern kein Thema mehr - schließlich sei der Verein ja kein Altenheim. (NEWS: Hoeneß: Nowitzi nicht zu Bayern)

"Bis er nicht mehr richtig spielen kann"

Nachdem es deftige Reaktionen, unter anderem von ALBA-Boss Axel Schweitzer gehagelt hatte, erklärte sich Hoeneß nun so: "Jeder weiß, dass ich Dirk Nowitzki unglaublich schätze. Ich bin ein großer Fan von ihm. Da ist ganz unfair argumentiert worden."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Um dann doch darauf zu beharren, dass die Zeit des Würzburgers, der im Juni 35 wird, ablaufe: "Ich bin davon überzeugt, dass Dirk wahnsinnig gerne in Amerika spielt. Bis er eigentlich nicht mehr richtig spielen kann. Dann ist er vielleicht 37 oder 38. Und dann macht es relativ wenig Sinn, ihn hier als großen Leistungsträger zu sehen."

An deutschen Leistungsträgern mangelt es den Roten zur Zeit ohnehin nicht: Beim 79:61 gegen die Berliner - dem zehnten Erfolg aus den vergangenen elf Spielen, aber dem allerersten gegen ALBA - überzeugten die Deutschen auf breiter Front.

Pesic lobt auch Schaffartzik

Robin Benzing leistete sich gegen Berlin keinen Fehlwurf von der Dreierlinie (5 von 5) und war mit 19 Zählern zweitbester Akteur der Münchner nach dem Amerikaner Tyrese Rice (25 Punkte).

"Ich freue mich sehr für Rice, aber noch mehr freue ich mich, wenn die Deutschen gut spielen", erklärte Trainer Svetislav Pesic, der vor seinem Engagement in München für die deutsche Nationalmannschaft verantwortlich war.

Die Freude beschränkte sich nicht nur auf sein eigenes Team: "Nicht nur Robin hat toll gespielt, auch Heiko (Schaffartzik, Anm. d. Red) hat eine sehr starke Partie gemacht."

Pesic schafft, woran Bauermann scheiterte

Neben Benzing standen mit Steffen Hamann, Jan-Hendrik Jagla und Demond Greene vier Deutsche in der Münchner Startaufstellung und spielten im Schnitt gut 20 Minuten.

Die Bayern erfüllten somit in gewisser Art und Weise den ursprünglichen Masterplan des vor der Saison entlassenen Trainers Dirk Bauermann: München mit deutschen Spielern als Spitzenteam in der Beko BBL zu etablieren.

Woran Bauermann scheiterte, gelingt seit Dezember dem 63-jährigen Pesic. Der serbische Trainerfuchs krempelte das Team innerhalb von elf Wochen auf links, will aber weiterhin nichts davon hören, dass die Münchner ein Spitzenteam sind.

Pesic-Duo vermeidet Kampfansagen

"Das einzige Spitzenteam bei Bayern sind die Fußballer, denn die haben Kontinuität. Wir sind noch nicht so weit. Wir setzen Akzente, haben Qualitäten, für die uns andere Teams respektieren. Aber Spitzenteams haben eben auch etwas gewonnen", blieb Pesic stur.

Auch von Sohn Marko, der das immer gleiche Gerede des Herrn Papa von den drei Heimniederlagen nicht mehr hören kann, ließ sich Pesic nicht zu einer Kampfansage hinreißen: "Er schimpft mich immer, dass ich ständig das Gleiche erzähle, aber unsere Situation ist so: Diese Pleiten können uns eine gute Playoff-Position kosten."

Nationalspieler Benzing, auf dem Feld mit einem aggressiven Zug zum Korb ausgestattet, hat die defensive Linie des Trainers abseits des Feldes bereits gut verinnerlicht.

"Das geht nur Schritt für Schritt. Erst war Bamberg dran, dann Berlin. Eine Ansage für die Playoffs ist das nicht, aber verstecken müssen wir uns eben auch nicht?, hielt sich Benzing zurück und ließ nur einmal kurz die Deckung fallen: "Das nächste Spiel ist jetzt Würzburg. Mit denen haben wir noch eine Rechnung offen."

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