In seiner Saison in Frankfurt legte Wood (l.) 18,9 Punkte und 5,9 Assists im Schnitt auf © imago

Berlins DaShaun Wood spricht bei SPORT1 über das Duell mit Frankfurt und Robertson sowie die Psychospielchen von Obradovic.

Von Florian Pertsch

München - Die knappe Niederlage in der EuroLeague gegen Montepaschi Siena schmerzt noch (Roundup: ALBA und Bamberg gehen leer aus).

Doch viel Zeit sich zu ärgern bleibt für DaShaun Wood und ALBA Berlin nicht.

Am Sonntag wartet mit den FRAPORT Skyliners in der Beko BBL bereits der nächste Gegner (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle). Für Wood ist es ein besonderes Spiel.

2010 gaben die Frankfurter dem Point Guard trotz einjähriger Verletzungspause das Vertrauen und statteten den 27-Jährigen mit einem Vertrag aus.

Wood dankte es mit 19 Punkten im Schnitt. Hinzu kamen 5,8 Assists und 4,7 Rebounds pro Partie. Die starke Saison brachte dem Aufbauspieler die Auszeichnung zum MVP ein und weckte das Interesse von ALBA Berlin.

Im SPORT1-Interview spricht der Point Guard über das Duell gegen seinen Ex-Klub Frankfurt (So., ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), die Qualitäten von Skyliner Quantez Robertson und die Arbeit unter Trainer-Perfektionist Sasa Obradovic.

SPORT1: Herr Wood, am Donnerstag gab es die bittere Euroleague-Pleite gegen Siena. Ist der Kopf für das Spiel gegen Frankfurt schon wieder klar?

DaShaun Wood: Das ist die wohl größte Herausforderung, sich in Europa mit hochklassigen Teams messen und anschließend wieder auf die Bundesliga zu konzentrieren. Wir sammeln viel Erfahrung und aus den Fehlern lernen wir. Dieser Lerneffekt wird uns am Ende der Saison in engen Ligaspielen helfen.

SPORT1: ALBA startete ziemlich gut in die Saison, verlor dann aber zweimal. Spielte Berlin anfangs über den Verhältnissen und ist jetzt mit einer 4:2-Bilanz in der Realität zurück?

Wood: Auch das ist der Euroleague geschuldet. Wir mussten uns erst an den schnellen Rhythmus gewöhnen. Die Ruhepausen und Vorbereitungszeit sind viel kürzer. Das haben wir zum Saisonstart nicht kapiert, aber jetzt wird es viel besser.

SPORT1: Zurück zum Bundesliga-Geschehen. Es geht gegen Ihren ehemaligen Klub Frankfurt und natürlich auch gegen Ihren Ex-Trainer bei ALBA, Muli Katzurin. Ein besonderes Spiel für Sie?

Wood: Jede Partie gegen Frankfurt ist toll. Die Skyliners gaben mir nach meiner Verletzung die Chance, meine Karriere wieder in Gang zu bringen und haben mich unglaublich unterstützt.

SPORT1:Frankfurts Team hat sich ziemlich verändert. Mit Quantez Robertson und Marius Nolte spielen nur noch zwei Ex-Kollegen bei den Skyliners. Haben Sie noch Kontakt zu Ihnen?

Wood: Klar, ich quatsche sehr oft mit Quantez, über Skype oder bei Facebook. Aber für mich bedeutet Frankfurt mehr, als nur die Zwei. Der Verein, die Fans, und auch die Stadt bedeuten mir immer noch sehr viel.

SPORT1: Mit Robertson treffen Sie auch auf einen der besten Verteidiger der Liga. Haben Sie beide vielleicht eine Privatwette laufen, wie viele Punkte Sie zum Beispiel erzielen?

Wood: Bloß nicht, nie im Leben. Er hat ein paar Spiele in der Saison komplett durchgespielt und kann so ziemlich jeden Gegner aus der Partie nehmen. Er ist sicher heiß auf das Duell. Ich werde mich also hüten, mit ihm zu wetten.

SPORT1: Katzurin nannte ALBA vorab in der Presse das beste Team der BBL. Will er Berlin in Sicherheit wiegen?

Wood: Nein, wir glauben auch, dass wir eine fantastische Mannschaft haben. Wir verteidigen sehr aggressiv über das ganze Feld und die Offensive läuft gut. Da liegt Katzurin also nicht falsch.

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SPORT1: Ihr neuer Trainer in Berlin ist Sasa Obradovic. Ist er wirklich so ein harter Hund, wie es immer den Anschein macht?

Wood:: Er ist einfach sehr leidenschaftlich, wenn es ums Gewinnen geht. Und von uns verlangt er den gleichen Einsatz. Er studiert den Gegner von vorne bis hinten, damit er uns optimal einstellen kann und wir als Team besser werden.

SPORT1: Ist es nicht mal sehr anstrengend, so einen Perfektionisten als Trainer zu haben?

Wood: Eigentlich nicht, auch wenn er manchmal seine Psychospielchen mit uns durchzieht. Wir verstehen, dass der Druck und die Drills wichtig für uns sind, damit wir am Ende des Spiels als Sieger vom Feld gehen.

SPORT1: Obradovic war einst selbst ein Point Guard bei ALBA. Profitieren Sie von seiner Erfahrung als ehemaliger Spieler?

Wood: Selbstverständlich, er spricht sehr viel mit uns Guards. Das ist eine seiner größten Qualitäten, dass er selbst Aufbauspieler war. Er versteht das Spiel, kennt die verschiedenen Facetten viel besser als andere Trainer.

SPORT1: Mit Heiko Schaffartzik spielt ein zweiter starker Aufbau im Team. Sie laufen aber meistens in der Startformation auf. Wie ist das Verhältnis untereinander?

Wood: Wir stehen alle auf einer Ebene. Ich würde sogar noch Vule Avdalovic mit dazu nehmen. Wir sind alle drei sehr gute Aufbauspieler, mit ganz verschiedenen Qualitäten und das macht es für unsere Gegner extrem schwer.

SPORT1: Beim Thema Aufbauspieler geht es natürlich nicht ohne ihre ehemaligen Frankfurter Teamkollegen Pascal Roller, der für SPORT1 als Experte vor Ort sein wird. Welche Erinnerungen haben Sie an ihn?

Wood: Pascal war für mich einer besten Teamkameraden meiner gesamten Karriere. Er war immer sehr positiv, hat sich nie aus der Ruhe bringen lassen. In der einen Saison habe ich so wahnsinnig viel von ihm gelernt, die zwölf Monate waren einfach unglaublich.

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