Patrick Femerling lobt die Beko BBL-Teams für ihre Auftritte in Europa. Ob es für mehr reicht, hänge von mehreren Faktoren ab.

Hallo Basketball-Freunde,

was war das für ein offensives Feuerwerk beim Spiel Ulm gegen Bonn. Entscheidend für den Sieg der Bonner war, dass sie sich einfach nicht haben abschütteln lassen.

Trotz des Ergebnisses von 103:107 würde ich nicht sagen, dass beide Mannschaften ohne Defense gespielt haben. Klar wurden hier und da auch Fehler in der Verteidigung gemacht. Insgesamt wurden aber viele Würfe getroffen, die unter Druck genommen werden mussten.

Trotz der Niederlage haben sich die Ulmer hervorragend entwickelt. Die Vertragsverlängerung von Trainer Thorsten Leibenath war deshalb eine logische Konsequenz. Er ist der richtige Mann und passt - wie ich glaube - auch menschlich gut zum Verein. Sie setzen auf Kontinuität, das ist gut so.

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Schwer getan haben sich die Bayern gegen Trier. Aber da sind die Münchner nicht die erste Mannschaft in dieser Saison. Trier ist ein gutes Team, wenn auch mit einem anderen finanziellen Rahmen wie die Bayern.

Nun geht es für München gegen Bamberg, das sich zuletzt stabilisiert hat. Das wird für die Bayern keine einfache Angelegenheit. Aber sie können ohne größeren Druck in die Partie gehen und relativ frei aufspielen.

Erfreulich waren zuletzt die Auftritte der deutschen Mannschaften auf internationalem Parkett. Die Beko BBL hat sich insgesamt sehr gut entwickelt. Das sieht man auch an der Situation in der Liga, die recht ausgeglichen ist.

Man sieht außerdem, dass die Befürchtungen, dass das Niveau bei nur noch sechs erlaubten Ausländern pro Team sinken könnte, unbegründet waren. Das zeigt sich deutlich. In diese Richtung muss die Entwicklung weitergehen, es müssen noch mehr deutsche Spieler rauskommen. Man darf sich darauf jetzt nicht ausruhen und zufrieden sein. Das wäre der falsche Weg.

Das gilt auch für die Auftritte der deutschen Teams in den internationalen Wettbewerben. Ob irgendwann ein BBL-Klub vielleicht sogar mal in der Euroleague ganz vorne mitmischen kann, müssen wir abwarten. Dabei spielen die Finanzen natürlich eine gewichtige Rolle.

Das ist von mehreren Faktoren abhängig. Wie entwickeln sich die Liga, die Vermarktung und die Medienpräsenz? Das ist nicht einfach.

In Deutschland ist es eben nicht so, dass ein Mäzen viel Geld in einen Klub pumpt, um große internationale Erfolge zu feiern. Vielleicht ist das ja aber auch gesünder so.

Bis bald,

EuerPatrick Femerling

Patrick Femerling, geboren 1975, ist aktuell mit 221 Einsätzen von 1996 bis 2009 Rekordspieler in der deutschen Nationalmannschaft. Mit dem DBB-Team gewann er WM-Bronze 2002 und EM-Silber 2005. Er wurde Meister und Pokalsieger in Deutschland, Spanien und Griechenland.

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