Maik Zirbes (l.) spielt seit 2012 bei den Brose Basekts Bamberg © imago

Beim Champions Cup besiegen die Brose Baskets die Spatzen erneut nach Overtime - und holen den neunten Titel in Folge.

Aus Bamberg berichtet Michael Spandern

Bamberg - Auch nach der Runderneuerung des Kaders bleiben die Brose Baskets das Maß aller Dinge im deutschen Basketball - wenn auch nur hauchdünn.

Die Bamberger holten sich in der heimischen, nicht ganz gefüllten Stechert Arena mit 102:98 (85:85, 43:37) gegen Vizemeister ratiopharm Ulm zum vierten Mal den Champions Cup und gleichzeitig ihre neunte nationale Trophäe in Folge.

Bei den Ulmern, die in den letzten zwölf Monaten alle sieben Duelle mit den Franken verloren hatten, das Pokal-Halbfinale ebenfalls nach Overtime, ragte MVP John Bryant mit 27 Punkten und zehn Rebounds heraus.

Matchwinner für die Franken war Ex-NBA-Profi Bostjan "Boki" Nachbar mit 26 Punkten und der zweimalige Finals-MVP Casey Jacobsen (18 Zähler), der wie im Pokal-Halbfinale den Big Shot versenkte.

Theis startet statt Watts

Die Ulmer begannen mit Center Bryant, Spielmacher Per Günther, Routinier Steven Esterkamp sowie ihren beiden prominentesten Neuzugängen, Ex-NBA-Profi Allan Ray und U-20-Nationalspieler Daniel Theis auf den Positionen 2 und 4.

Theis, der den Vorzug vor dem letztjährigen Starter Dane Watts erhalten hatte, verwandelte gleich im ersten Angriff einen Nahdistanzwurf.

Dennoch erspielten sich die Bamberger, bei denen der neue Center Maik Zirbes ebenso wie Star-Zukauf Bostjan Nachbar von außen einige Akzente setzte, rasch einen 12:6-Vorsprung.

Jacobsen schafft Abstand

Spielmacher John Goldsberry, der die komplette vorige Saison wegen eines Kreuzbandrisses außen vor war und nun im Backcourt mit Anton Gavel und Jacobsen startete, hielt sich dagegen zurück.

Sharrod Ford, während der Saisonvorbereitung 2011 vom FC Bayern verschwunden, setzten die Bamberger als Power Forward und Sechsten Mann ein.

Aber es war vor allem Captain Jacobsen, dem die Gastgeber das 20:12 nach dem ersten Viertel zu verdanken hatten.

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Gipson läuft heiß

Viel Spielzeit von Chris Fleming erhielt auch der 20-Jährige Philipp Neumann, der aufgrund der anhaltenden Leistenprobleme von Andrew Ogilvy (News) auch in den nächsten Wochen Lücken unter dem Korb stopfen muss.

Mann des zweiten Abschnitts war aber Bambergs Sergerio Gipson, der die Aufholjagd der Ulmer durch vier versenkte Würfe nacheinander aufhielt (33:25).

Aber die Gäste deckten nun mit präzisen Pässen gegnerische Abstimmungsschwächen auf, nach zwei Korblegern von Bryant vollstreckte Esterkamp drei Minuten vor der Halbzeit unbedrängt zum 33:35.

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Bamberg kontert die Aufholjagd

Doch nach zwei vergebenen Freiwürfen von Bryant antwortete Bamberg mit sechs Zählern in Folge.

Die letzten Punkte vor dem Seitenwechsel erzielte der vom französischen Pro-A-Absteiger Pau-Orthez gekommene Gipson von der Freiwurflinie - und schraubte seine Ausbeute in diesem Viertel auf 14 (am Ende waren es 21).

Die Brose Baskets erzielten auch die ersten sechs Zähler im dritten Abschnitt und eroberten erstmals einen zweistelligen Vorsprung (50:37).

Bryant räumt Nachbar ab

Bamberg hatte nun Mühe, den Koloss Bryant im Zaum zu halten, dessen Blöcke Räume schafften, der vorne Neumann aussteigen ließ und hinten Nachbar mächtig abräumte.

Nachbar, nun als Small Forward im Einsatz, antwortete mit einem Dreier und vollendete kurz darauf aus der Halbdistanz.

Aber die "Spatzen" eroberten mit einem 8:0-Run zum 62:58 - darunter ein Schwethelm-Fadeaway über Nachbar und ein Abstauber des deutschen Nationalspielers - die Führung, die ihnen Gavel mit fünf Punkten zum Viertelende aber wieder abknöpfte.

Nachbar stark von außen

Ulm erwischte den beseren Start ins Schlussviertel, führte nach einem Dreier von Lance Jeter 69:63. Der Titelverteidiger schaffte zwar gleich den Anschluss, aber erst durch Ford-Freiwürfe vier Minuten vor Abschnittsende den Ausgleich.

Nachbar brachte die Franken per Dreier in Front, Günter - zuvor mit einem Korbleger gescheitert, verkürzte mit Freiwürfen. Und 38,5 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit brachte Esterkamp die Ulmer wieder nach vorn - 83:82.

Nachbar traf erneut aus der Distanz, Bryant glich aus. Bamberg hatte die vermeintlich letzte Chance, aber Jacobsen leistete sich einen Fehlpass in der eigenen Hälfte.

Ray vergibt Ulms letzte Chance

Ulm schaltete zu spät: Günther traf zwar aus der Distanz, aber die Sirene war bereits ertönt - Verlängerung.

Da setzte sich Bamberg durch ein Drei-Punkte-Spiel von Gipson und erneut einen Nachbar-Dreier auf sechs Punkte ab - Ulm konterte mit einem 11:1-Lauf zum 96:92.

Jacobsens dritter Dreier brachte aber 16 Sekunden vor Schluss wieder die Gastgeber mit zwei Zählern in Führung, und Ulm war nach einem Fehlversuch von Ray aus der Distanz wieder mal geschlagen.

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