Der Amerikaner John Bryant spielt seit 2010 in der Beko BBL für ratiopharm Ulm © imago

Die Brose Baskets wollen im Champions Cup das dritte Triple komplettieren. Ulm kämpft gegen Flüche - und garantiert den Sieg.

Von Michael Spandern

München - Während Bayern noch nachbebt von der unverhofften Entlassung des FCB-Trainers Dirk Bauermann, ist das Frankenland bereits wieder in Titellaune. (BAYERN: "Was soll diese Disko-Sch...?")

Als Appetithappen für die neue Saison wollen sich Bambergs Trophäenhamster daheim erneut den Champions Cup der Beko BBL (ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) einverleiben. Es wäre Hattrick in diesem Wettbewerb und der neunte nationale Titel in Folge für die Brose Baskets.

Die Gäste von ratiopharm Ulm, die in der Vorsaison alle sieben Partien gegen die Bamberger verloren, reisen angeschlagen nach "Freak City": Ihr letztjähriger Topscorer Isaiah Swann ist in die Türkei abgewandert, ihr Energizer Tommy Mason-Griffin fällt mit einem Knorpelschaden im Knie wohl die gesamte Saison aus, und an der Euroleague-Quali scheiterten die Spatzen am Mittwoch deutlich in Runde 1.

"Nebenbei ein Titel zu gewinnen"

Per Günther, nach zehn deutschen Siegen in zehn EM-Qualispielen selbstbewusst, garantiert dennoch einen Ulmer Auswärtscoup: "Wir werden den Titel definitiv einfahren", tönt der Spielmacher: "Ich habe keine Lust, wieder nach Bamberg zu fahren und dort zu verlieren."

Das Team von Trainer des Jahres Thorsten Leibenath kämpft dabei nicht nur gegen den Bamberg-Fluch: Die im Champions Cup von den Brose Baskets Besiegten - 2007 Köln, 2010 Frankfurt und 2011 Braunschweig ? verpassten in der Folge sowohl das Pokal- als auch das Meisterschaftsfinale. (FEMERLING: "Vielleicht fängt Ulm noch mal Feuer")

Dennoch spielt Leibenath die Bedeutung des Spiels für den Vizemeister herunter: Es sei "ein weiteres Vorbereitungsspiel, bei dem es nebenbei auch einen Titel zu gewinnen gibt."

Auf diese Weise macht er dem Ulmern vielleicht auch Mut ? schließlich blieben sie als einziges Team der Liga in der Vorbereitung ungeschlagen.

Ex-Celtic ersetzt Swann

"Es kommt darauf an, dass wir unser Spiel spielen und John Bryant in Position bekommen", verrät Günther, dass der Underdog wieder auf seinen MVP in der Mitte setzt. Center-Koloss Bryant konnte in einem finanziellen Kraftakt der Schwaben gehalten werden.

Überhaupt ist der Kader anders als bei den Franken weitgehend unverändert, "ein Vorteil", meint Günter "gerade am Anfang der Saison".

Swann wurde durch den NBA-erfahrenen Außenspieler Allan Ray (47 Spiele für die Boston Celtics) ersetzt, für Mason-Griffin springt Lance Jeter ein.

Die Rückkehr des Goldsberry

Die Bamberger haben zwar einen großen Aderlass zu verkraften - u.a. gingen Matchup-Albtraum P.J. Tucker zu den Phoenix Suns sowie Brian Roberts zu den New Orleans Hornets in die NBA und DBB-Center Tibor Pleiß nach Spanien - zu verkraften.

Dafür kamen aber mit Bostjan Nachbar, Sharrod Ford, A.J. Ogilvy und dem deutschen Nationalspieler Maik Zirbes einige namhafte Zugänge, von denen Ogilvy allerdings wegen einer Leistenverletzung aussetzt.

Die Hoffnungen von Trainer Chris Fleming ruhen aber auch auf John Goldsberry, der mehr als ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss sein erstes Pflichtspiel bestreitet.

Der Spielmacher, den Fleming 2008 aus dem Artland mitbrachte, bewies seinen unbedingten Siegeswillen nicht erst, als er die Finalserie 2011 - obwohl bereits mit Knieschaden - mit zu Gunsten von "Freak City" entschied.

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