SPORT1-Experte Stephan Baeck wurde 1993 Europameister mit Deutschland © getty

SPORT1-Experte Stephan Baeck glaubt nicht, dass allein Disziplinlosigkeiten zur Trainerentlassung beim FC Bayern führten.

Von Hardy Heuer und Katharina Blum

München - So überraschend die Entlassung von Dirk Bauermann gewesen ist, so erstaunt sind auch die Experten.

"Es tut mir sehr leid für Dirk Bauermann. Er hat sehr viel für den deutschen Basketball und den FC Bayern München geleistet und sich verdient gemacht", erklärt SPORT1-Experte Stephan Baeck:

"Unter diesen Gesichtspunkten kommt seine Beurlaubung für viele und wahrscheinlich am meisten für Ihn selbst zu diesem frühen Zeitpunkt vollkommend überraschend." Vor allem deshalb, weil der FC Bayern mit dem damaligen Wunschkandidaten Bauermann hoch hinaus wollte.

"Uli Hoeneß hat gesagt, dass er der einzige Trainer ist, mit dem man dieses Projekt angehen kann. Diese Entscheidung gegen ihn ist für einen so erfolgreichen und renommierten Coach bestimmt nicht einfach zu akzeptieren", glaubt Baeck.

"Das gute Recht des Vereins"

Anscheinend "wollte der Klub in eine andere Richtung gehen", analysiert SPORT1-Experte Patrick Femerling. "Dann ist es das gute Recht des Vereins, sich vom Trainer zu trennen", betont er.

Erstaunlich bleibt aber nach wie vor der Zeitpunkt der Entlassung. Sich sechs Tage vor dem ersten Saisonspiel vom Head Coach zu trennen ist eine gewagte Entscheidung.

"Es ist sehr schwer vorstellbar, dass im Basketball ein Trainer, gerade zu diesem frühen Zeitpunkt gehen musste, weil es einige Disziplinlosigkeiten im Team gab und nicht schon um 8 Uhr morgens trainiert wurde", sagt Baeck und vermutet, dass "intern Dinge schon länger nicht mehr reibungslos liefen".

Der Neue kam in Bauermanns Schlepp

Auch Femerling sieht "interne Diskrepanzen" als Ursache für den Bruch mit Bauermann. (Bayern toben: "Was soll diese Disko-Sch...?")

Die Bayern müssen nun zusehen, dass sie bis zum Saisonauftakt gegen die EWE Baskets Oldenburg (Mi., ab 16.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die Unruhe und den entstandenen Trubel gut überstehen.

[kaltura id="0_hy8852b1" class="full_size" title="Bayern erklären Bauermann-Rauswurf"]

Dafür ist auch der neue Headcoach Yannis Christopoulos, bisher Bauermanns Assistent, zuständig. (DATENCENTER: Der Beko-BBL-Spielplan)

"Das ist eine Entscheidung, bei der sich wie immer erst im Nachhinein sagen lässt, ob es eine gute war", betont Baeck, der aber keine Zweifel am Griechen hegt: "Dirk Bauermann hat ihn damals zu diesem ambitionierten Projekt geholt hat und war von seinen Fähigkeiten überzeugt."

Wie viel Zeit hat Christopoulos?

Für Femerling muss sich noch zeigen, "ob er der richtige Mann dafür ist, je nachdem wie viel Zeit ihm die Bayern geben."

Und genau das hat Christopoulos bei den Münchnern eigentlich nicht. (KOMMENTAR: Bayern-Bombe mit kurzer Zündschnur)

"Bayern ist ein Verein, der Erfolg will und auf Erfolg baut. Und der Trainer ist oft das schwächste Glied. Er bekommt meistens als Erster die Konsequenzen zu spüren, wenn irgendwas nicht so funktioniert, wie es sich der Verein vorstellt", betont der ehemalige ALBA-Center.

Sollte der erhoffte Erfolg ausbleiben, werden sich die Bayern wohl zeitnah um eine andere Lösung umsehen.

Pesic-Gerücht macht die Runde

Doch genau darin sieht Femerling das Problem: "Es gibt viele gute und aufstrebende Trainer in Europa, aber renommierte Trainer wie Zeljko Obradovic oder Svetislav Pesic sind rar."

Letzterer macht aber bereits die Runde in München. Immerhin wäre Pesic nach der EM 2013 verfügbar.

"Der FC Bayern ist eine Marke, die traditionell mit großen Namen spielt, gerade auf der Trainerbank. Viele Umstände sprechen natürlich dafür und wirken sehr einleuchtend", äußert sich Baeck zu diesem Gerücht:

"Aber der FC Bayern hat sich dazu sehr klar geäußert. Alles Weitere wird man sehen", sagt Baeck.

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