Bauermanns Rauswurf ist - anders als der FCB glauben machen will - nicht von langer Hand geplant. Die Vorwürfe wiegen schwer.

Sechs Tage vor dem Saisonstart in der Beko BBL ließ der FC Bayern München die Bombe platzen: Dirk Bauermann, über Jahre hinweg verdienstvoller Bundestrainer und 2010 der Mann, dem Uli Hoeneß das Großprojekt FCB Basketball anvertraute, ist seinen Job bei den Münchnern los.

Nachdem Bauermann all seine Wünsche beim Kaderumbau erfüllt bekommen hatte und sich in der Vorbereitung Gegner erster europäischer Güte suchte, soll er nun nicht mehr der Richtige sein, um die hohen Ansprüche eines Uli Hoeneß zu erfüllen, heißt es informell.

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Die knappe Pleite bei ALBA Berlin, das seine deutschen Nationalspieler schonte, und die klaren Schlappen daheim gegen ZSKA Moskau und Zalgiris Kaunas gäben zwar Anlass zu schwelendem Groll.

Aber die offizielle Begründung liest sich noch härter als bloße Unzufriedenheit mit der Spielweise und den Ergebnissen: Die Bayern-Bosse führen "unterschiedliche Auffassungen über die Führung und Weiterentwicklung der Mannschaft" an und unterstellen Bauermann, das Team nicht richtig in den Griff gekriegt zu haben.

Es mag nur eine Randnotiz sein, dass sich die Profis Jared Homan, Chevon Troutman und Neuzugang Tyrese Rice nach der Niederlage in Berlin in einer Disco vergnügten und Rice dabei so über die Stränge geschlagen haben soll, dass er angeblich Hausverbot erhalten hat. Homan übrigens wurde noch im April wegen einer Schlägerei in einer Disco sogar festgenommen.

Doch wirklich glaubhaft ist es nicht, wenn die Bayern behaupten, sich erst "nach ausführlichen Diskussionen über mehrere Wochen" zur Entlassung durchgerungen zu haben.

Dafür ist der Zeitpunkt so kurz vor dem ersten Pflichtspiel zu ungünstig. Und dafür ist die Nachfolgeregelung - Assistent Yannis Christopoulos übernimmt ohne Befristung - zu wenig rampenlichttauglich - gemessen an der Marke FC Bayern.

Schwer vorstellbar, dass ein 38-Jähriger, der bisher nur bei kaum bekannten Klubs in Zypern und Griechenland Head Coach war, das von Hoeneß ausgegebene Nahziel Meisterschaft vielversprechender verfolgt als ein bei EM, WM und Olympia gestählter neunmaliger Meistertrainer.

Schwer vorstellbar auch, dass Christopoulos grundlegend neue Wege wählt - war er doch von Bauermann, der ihn aus gemeinsamen Zeiten in Griechenland kannte, als Vertrauensperson eingestellt worden.

Es deutet wenig darauf hin, dass die Entscheidung wirklich von langer Hand geplant wurde. Eher dürfte ein nicht genannter Funke die Explosion ausgelöst haben.

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