Der aus Puerto Rico gewechselte P.J. Tucker (r.) ist 2011/12 Bambergs Topscorer © imago

Der Titelverteidiger setzt Artland in Spiel 3 gleich zu Anfang matt. Tucker glänzt. Ulm gelingt gegen Würzburg der Sweep.

München - Die Brose Baskets Bamberg sind dem angestrebten dritten Double in Folge einen großen Schritt näher gekommen.

Die Franken besiegten Bayern-Bezwinger Artland Dragons auch in Spiel 3 der Halbfinals und zogen durch das 94:63 (50:29) als erstes Team in die Finals der Beko BBL ein. (DATENCENTER: Die Playoffs)

Im zweiten Halbfinale besiegte ratiopharm Ulm die s.Oliver Baskets Würzburg zu Hause mit 88:80 und zog ebenfall mit einem Sweep ins Finale ein.

Tucker und Pleiß legen den Grundstein

Produktivste Spieler im Team von Trainer Chris Fleming waren Power Forward P.J. Tucker (18 Punkte, 5 Rebounds in nur 18 Minuten) sowie Spielmacher Anton Gavel (15 Zähler, 6 Assists).

Bei den Quakenbrückern, die den zweiten Final-Einzug ihrer Geschichte verpassten, lieferte der Puertorikaner Nathan Peavy mit 18 Punkten die meiste Gegenwehr.

Die Bamberger setzten die Zeichen von Anfang an auf den sechsten Playoff-Sieg in Folge und lagen nach nicht mal sieben Minuten vor allem dank Tucker und dem deutschen Nationalcenter Tibor Pleiß 21:5.

Holston Schatten seiner selbst

Zu Anfang des zweiten Viertels baute der Titelverteidiger seinen Vorsprung auf 36:13 aus, als Predrag Suput im elften Bamberger Versuch den achten Dreier versenkt hatte.

Dragons-Spielmacher David Holston, etatmäßiger Topscorer der Niedersachsen, blieb dagegen bis zur Halbzeit ohne Punkt und gab nur eine Korbvorlage. (STENOGRAMME: Playoff-Halbfinale)

Auch die Tirade von Coach Stefan Koch an der Seitenlinie, der die Schuld vor allem bei Schiedsrichter Boris Schmidt suchte und auf diesen einschrie, brachte den "Drachen" nicht mehr als das überfällige Technische Foul.

Bamberg mit Traumquote aus der Distanz

Auch mit der zweiten Garde behielten die Brose Baskets das Geschehen jederzeit unter Kontrolle und führten drei Minuten vor Schluss nach einem Pleiß-Korbleger erstmals mit 30 Zählern Differenz.

Der 2,15-Meter-Mann ließ noch einen Dreier folgen - insgesamt trafen die Gastgeber 15 ihrer 27 Dreierversuche und dürfen weiter von ihrem fünften Meistertitel träumen.

Würzburg kurzzeitig in Führung

Die Ulmer zogen am Abend nach und besiegten die Würzburg Baskets in einem spannenden Spiel 88:80 (15:18, 25:12, 20:32, 28:18) und stehen nun als letzte verbliebene Mannschaft zwischen den Brose Baskets und ihrem möglichen "Triple-Double".

Von einer solchen Vorführung, wie die der Bamberger, war der Erfolg der Ulmer, die in den Playoffs weiter ungeschlagen bleiben, im dritten Spiel ihrer Serie gegen Würzburg weit entfernt.

Der Tabellenzweite der Hauptrunde musste lange zittern, bevor der erste Finaleinzug seit 1998 geschafft war. Über weite Strecken der Partie erlebten die Zuschauer ein Duell auf Augenhöhe, in dem der Aufsteiger am Ende des dritten Viertels sogar knapp in Führung lag.

Bamberg startet in eigener Halle

Erst im Schlussviertel gelang es den Spielern um Nationalspieler Per Günther (13) und Vorrunden-MVP John Bryant, der mit 10 Punkten und 13 Rebounds ebenfalls einen großen Anteil am Erfolg hatte, sich abzusetzen.

Auf diese Schlussoffensive fanden die Gäste, bei denen John Little mit 19 Punkten bester Werfer war, keine passende Antwort mehr.

Am Sonntag (3. Juni/15.15 Uhr) startet die Finalserie im Modus "best of five" zwischen den beiden besten Teams der Liga mit dem ersten Spiel in Bamberg.

Günther nicht schwerer verletzt

Günther, der zwischenzeiltich wegen Knieproblemen ausgewchselt wurde, sagte im SPORT1-Interview: "Das Knie ist kein Problem, es tut halt weh, wenn ein anderes Knie auf dein Knie schlägt. Es ist nur eine mentale Sache. Hintenraus hat es wieder gut funktioniert."

Im Finale gegen den Titelverteidiger rechnet er sich trotz Außenseiterrolle Chancen aus: "Wir haben dreimal verloren - zweimal in der Saison, einmal im Pokal. Es wird sehr sehr schwer für uns. Aber kein Sportler geht in so ein Spiel und denkt, wir werden es verlieren."

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