Anton Gavel (r.) wechselte 2009 von Aris Thessaloniki zu den Brose Baskets Bamberg © imago

Die Franken wollen mit einem Sieg gegen Artland ins Finale einziehen. Ulm steht gegen Würzburg vor dem zweiten 3:0-Erfolg.

Von Annette Bachert

München - Zwei Mal 2:0, zwei Partien, zwei Matchbälle:

Am Sonntag kommt es in den Playoffs der Beko BBL zu zwei echten Do-or-Die-Spielen. Gegen die Artland Dragons kann der Deutsche Meister Brose Baskets Bamberg (So., ab 16.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in heimischer Halle den Final-Einzug perfekt machen, ebenso wie das Überraschungsteam der Saison, ratiopharm Ulm.

Die Ulmer von Chefcoach Thorsten Leibenath benötigen gegen die Baskets Würzburg (So., ab 18.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in der Best-of-Five-Serie ebenfalls nur noch einen Sieg, um in die finale Serie einzuziehen (DATENCENTER: Die Playoffs).

Fleming äußerst zufrieden

Die Bamberger, die sich nach der Pleite in der allerersten Playoff-Partie gegen die Telekom Baskets Bonn wieder gefangen und anschließend fünf Spiele in Folge gewonnen haben, blicken Spiel 3 gegen Quakenbrück optimistisch entgegen.

"Ich glaube, wir spielen zurzeit einen guten Basketball, defensiv spielen wir über weite Strecken sehr solide, kontrollieren die Bretter und offensiv bewegen wir den Ball. Spiel zwei war besser als Spiel eins, von dem was wir gebracht haben", erklärt Chefcoach Chris Fleming.

Artland "hat nichts zu verlieren"

Doch auf die leichte Schulter nehmen die Franken die Partie gegen den Vierten der regulären Saison nicht, vielmehr warnt Fleming vor den Kämpfer-Qualitäten.

"Artland hat in der Bayern-Serie definitiv gezeigt, dass sie sich auch nach harten Schlägen immer zurück kämpfen können. Das wird nicht anders bei diesem Spiel, umso mehr, weil sie nichts zu verlieren haben. Wir erwarten eine harte und frische Leistung von den Dragons", sagt Fleming.

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Koch glaubt an einen Sieg

Nach dem 70:103 in der ersten Halbfinal-Partie und dem deutlich knapperen 71:81 in Spiel zwei wachsen die Hoffnungen der Dragons, den ersten Matchball in der "Frankenhölle" abzuwehren.

"Wenn wir in Bamberg so spielen wie in der zweiten Halbzeit, dann haben wir eine Chance", sagt Flügelspieler Anthony Hilliard nach Spiel 2 der "Osnabrücker Zeitung".

Und Dragons-Coach Stefan Koch legt noch einen drauf: "Ob ich daran glaube, dort zu gewinnen? Ganz fest."

Zweiter Sweep für Ulm?

Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich auch im zweiten Halbfinal-Duell. Aufsteiger Würzburg steht nach zwei Niederlagen mit dem Rücken zur Wand, Widersacher Ulm kann in eigener Halle das 3:0 und den damit verbundenen Final-Einzug perfekt machen.

Nach dem sogenannten Sweep (3:0) gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig im Viertelfinale könnte dem Leibenath-Team nun die zweite lupenreine Serie gelingen.

"Ausgeglichenheit der Ulmer"

SPORT1-Experte Pascal Roller rechnet John Bryant, Per Günther und Co. gute Chancen aus (STENOGRAMME: Playoff-Halbfinale).

"Ulm hat so viele Möglichkeiten, anderen Mannschaften Schaden zu zufügen, sei es Bryant, der nach außen geht und einen Dreier wirft oder Keaton Nankivil. Auch defensiv haben sie viele Möglichkeiten. Es diese Ausgeglichenheit der Ulmer, die es ganz schwer macht", erklärt der ehemalige Nationalspieler.

Würzburg braucht Kosequenz

Im Gegenzug zeigt er aber auch die Stärken der Baskets auf: "Auf der anderen Seite ist es auch das, worauf Würzburg setzt, dass sie eigentlich nicht einen Go-to-Guy haben sondern mehrere."

Und weiter: "Sie sollten nicht nach Ulm fahren und ihr letztes Saisonspiel zelebrieren. Ganz im Gegenteil. Natürlich müssen sie versuchen zu gewinnen. Auch zuletzt haben sie gezeigt, dass die Möglichkeiten haben, Ulm zu schlagen, wenn sie es konsequent durchziehen können."

ALBA musste daran glauben

Daran glaubt auch Würzburgs Headcoach John Patrick.

"Wir werden auf keinen Fall aufgeben, das haben wir die gesamte Saison nie getan. Natürlich wird es jetzt sehr schwer. Aber wir haben ALBA Berlin dreimal geschlagen, also warum sollten wir nicht in Ulm gewinnen?", zeigt sich Patrick vorsichtig optimistisch.

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