Steffen Hamann wechselte 2010 von ALBA Berlin zum FC Bayern München © imago

Der FCB redet vor Spiel 5 im Artland die Macht der Kulisse klein. Hamann hakt den Zoff ab und verkneift sich einen Konter.

Von Michael Spandern

München - Es wäre die Zeit für starke Worte gewesen nach dem starken Auftritt im ersten K.o.-Spiel des FC Bayern in der Beko BBL.

Doch bei den Münchner sind zwar nach dem 2:2-Ausgleich in der Best-of-Five-Serie gegen die Artland Dragons Selbstvertrauen und Leidenschaft zurückgekehrt (NACHBERICHT: Bayern feiern Sieg der Herzlichkeit).

Aber vor dem entscheidenden Spiel um den Halbfinal-Einzug (ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) hüteten sie sich davor, neues Öl ins gerade eingedämmte Drachenfeuer zu gießen.

Schließlich wissen sie um die Macht der Kulisse, die Spiel 3 zu einem Spießrutenlaufen für Steffen Hamann gemacht hatten und damit dessen ganzes Team phasenweise gelähmt hätten, wie der Kapitän zugab.

"Wir stärken ihm den Rücken, egal was passiert"

Doch dass der nach Hamanns vermeintlicher Schauspiel-Einlage in Spiel 2 wütende Dragons-Anhang erneut Einfluss auf das Spielgesehen haben könnten, stritten die Bayern ab. (DATENCENTER: Die Playoffs)

"Die Fans werden wieder gegen ihn sein ", prophezeite Hamanns Ersatzmann Jonathan Wallace bei SPORT1. "Aber das Match wird auf dem Feld entschieden."

Und anders als Trainer Dirk Bauermann ("Das geht an niemandem spurlos vorbei") glaubt er nicht, dass Hamann sich in irgendeiner Weise beeindrucken lässt: "Er ist ein echter Profi. Und wir stärken ihm den Rücken, egal was passiert."

Hamann streitet Provokation ab

Hamann - das war in beiden Spielen nach dem Eklat zu sehen - hält den Kopf tatsächlich oben. Nicht zuletzt die drei bzw. fünf Assists beweisen das. "Was die Leute in Quakenbrück über mich denken, ist mir eigentlich ziemlich egal", sagt der Nationalspieler.

[kaltura id="0,0_ojcq3mel" class="full_size" title=" Mit breiter Brust nach Quakenbr ck "]

Ansonsten aber hält er sich bedeckt zu der Auseinandersetzung mit Holston, den er "überhaupt nicht" provoziert haben will.

Er verkneift sich auch einen Konter gegen Artlands Johannes Strasser, der ihm im SPORT1-Interview wie ein Moralapostel persönlich ermahnte: "Wer austeilt, muss auch einstecken können."

"Ich muss darauf gar nichts antworten", meint Hamann.

Intensität garantiert

Und so konzentrieren sich die Widersacher darauf, sportlich zum finalen Punch auszuholen: "Wir sind oft genug in dieser Saison mit dem Rücken zur Wand gestanden und das hilft uns jetzt", glaubt Hamann. (STENOGRAMME: Das Playoff-Viertelfinale)

Und Center Jared Homan, mit 20 Punkten und zwölf Rebounds der Matchwinner vom Donnerstag, verwies auf seine Erfolge in Entscheidungsspielen in Kroatien und Griechenland.

"Ich bin mir sicher, dass wir mit demselben Fokus und derselben Intensität spielen werden wie in Spiel 4", garantierte er SPORT1. "Und wenn wir das umsetzen, haben wir immer eine Chance zu gewinnen."

Münchner Hauptsache Defensive

Während die Dragons auf eine lebhaftere Vorstellung von Topscorer Holston und vor allem von seinem Nebenmann Bryan Bailey, der in München ohne Punkt vom Feld schlich, hoffen, setzen die Münchner wieder auf Tempokontrolle.

"Wenn wir mit viel Leidenschaft in der Verteidigung spielen, geben wir den Quakenbrückern keine einfachen Würfe. Wenn die aber erst mal einen Lauf bekommen, sind sie schwer zu stoppen", weiß Hamann.

Und Wallace ergänzt: "Die Defensive ist die Hauptsache, darauf haben wir uns die ganze Saison über verlassen können."

Artland setzt es sich dagegen zum Ziel, besser auf den Ball aufzupassen, den die Niedersachsen am Dienstag 16-mal unfreiwillig hergaben. Zudem benötigen sie wohl mehr als 16 Zähler aus der Zone, in der die Bayern die Hoheit hatten.

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