Bryce Taylor (l.) wechselte 2010 von den Telekom Baskets Bonn zu ALBA Berlin © imago

Der Vize-Meister muss im Viertelfinale den ersten Würzburger Matchball abwehren. Coach Herbert hadert mit der Einstellung.

München - Es scheint fast so, als hätte ALBA Berlin das eigene Motto schlicht vergessen.

"Mit Leib und Seele" lautet der aktuelle Leitspruch des ehemaligen Serienmeisters, doch die Berliner werden ihren Ankündigungen einfach nicht mehr gerecht.

Nach der 84:91 (45:43)-Heimpleite gegen Aufsteiger s.Oliver Würzburg steht der selbsternannte Titelkandidat in den Playoffs der Beko BBL mit dem Rücken zur Wand (BERICHT: Pleiten für Berlin und Bayern).

Schon am Dienstag (ab 19 Uhr im LIVESTREAM) könnte die Saison für den Hauptstadtklub vorbei sein.

"Würzburg war defensiv und offensiv besser als wir. Sie haben mit viel Selbstvertrauen und sehr gut gespielt. Ihr Wille zum Sieg war größer als unserer", lautete die ernüchternde Bilanz von ALBA-Trainer Gordon Herbert.

Matchball in Berlin

Mit 1:2 liegt Berlin in der Serie best of five nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen jetzt hinten, der Favorit ist in Würzburg zum Siegen verdammt. Ein weiterer Aussetzer und der Traum vom neunten Meistertitel ist ganz schnell zu Ende.

Würzburg hat es in der Hand - durch den Sieg vor mehr als 10.000 größtenteils ernüchterten Zuschauern hat der Bundesliga-Rückkehrer seinen ersten Matchball.

Patrick mahnt

"Wir freuen uns auf unsere Chance am Dienstag", sagt Trainer John Patrick. Doch der Amerikaner bleibt zurückhaltend: "Ich bin sehr stolz, aber die Serie ist noch nicht vorbei."

Der Außenseiter hat aber nicht nur durch den Coup in Berlin allen Grund, selbstbewusst aufzutreten. Schließlich hatte Würzburg die Gäste schon im ersten Heimspiel des Viertelfinales beim 79:66 beherrscht.

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"Das ist nicht unser Stil"

ALBA steht gehörig unter Druck, ähnlich düster sieht es vor dem vierten Spieltag der ersten Runde für Bayern München aus (DATENCENTER: Die Playoffs).

Auch das Team des früheren Bundestrainers Dirk Bauermann liegt nach dem überraschend klaren 67:83 (24:44) bei den Artland Dragons mit 1:2 hinten.

"Wir werden die richtige Reaktion zeigen", kündigte Bauermann an und kritisierte anschließend den Gegner wegen dessen Reaktion auf die Sperre für seinen Aufbauspieler David Holston.

"Wir werden sicherlich nicht ähnliche Pressemitteilungen wie die Quakenbrücker veröffentlichen, das ist nicht unser Stil", beschwerte sich Bauermann.

Vorwurf der "Theatralik"

Holston hatte Bayern-Aufbauspieler Steffen Hamann beim vorherigen Spiel ins Gesicht geschlagen und war deshalb aus dem Verkehr gezogen worden. Die Dragons unterstellten Nationalspieler Hamann anschließend "Theatralik", weil dieser nach dem Aussetzer des 1,70 m kleinen Holston zu Boden gegangen war.

Am Dienstag ist der Dragons-Topscorer wieder dabei (AKTUELL: Holston kommt glimpflich davon).

Ulm mit Halbfinal-Chance

Im Gegensatz zu den Titelkonkurrenten aus Berlin und München stehen die Brose Baskets Bamberg dicht vor dem Einzug ins Halbfinale.

Der Meister setzte sich zu Hause mit 102:92 (51:45) gegen die Telekom Baskets Bonn durch und braucht bei einer 2:1-Führung nur noch einen Sieg. Am Dienstag geht es in Bonn weiter.

"Wir freuen uns auf Spiel vier und wollen die Serie dort beenden", sagte Bambergs Trainer Chris Fleming.

Als einziges Team konnte ratiopharm Ulm bereits am Sonntag auf dem schnellsten Weg seinen Platz in der Vorschlussrunde buchen. Nach zwei Erfolgen gegen die Phantoms aus Braunschweig hatte der Vorrundenzweite vor heimischer Kulisse die Chance auf einen 3:0-Sieg.

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