Steffen Hamann kam 2010 von ALBA Berlin zum FC Bayern © imago

Vor dem dritten Playoff-Duell gegen die Münchner Bayern heizt Dragons-Geschäftsführer Alexander Meilwes die Stimmung an.

Von Andreas Kloo

München - In der Halbzeit des Heimspiels gegen die Artland Dragons griff Bayern-Trainer Dirk Bauermann gar selbst zum Mikrofon, um die Stimmung im Audi Dome weiter anzuheizen.

Sportlich nützte es den Münchnern nichts, die Gäste behielten mit 92:84 (49:30) die Oberhand (Bericht).

Doch auf dem Parkett gingen einigen Spielern kurz vor Schluss die Nerven durch. Es kam zu Tumulten, in deren Verlauf Dragons-Spielmacher David Holston Steffen Hamann einen Schlag ins Gesicht verpasste (Video).

Holston fehlt den Niedersachsen nun bei der dritten Partie im Playoff-Viertelfinale (Sa., ab 13.50 Uhr LIVE im TV bei SPORT1) und im LIVESTREAM auf SPORT1.de), die Beko BBL sperrte den 1,70 m kleinen Dribbelkönig wegen einer "Tätlichkeit in einem minderschweren Fall" für ein Spiel.

"Ohrenbetäubend laut"

Und den Stimmungsanheizer gibt diesmal Dragons-Geschäftsführer Alexander Meilwes: "Ohrenbetäubend laut wird es am kommenden Samstag ohnehin werden, und darauf freue ich mich schon jetzt", verspricht Meilwes den Gästen aus dem Süden schon mal.

Er fügt zwar hinzu: "Ich bitte gleichwohl unsere Fans fair mit allen Beteiligten umzugehen."

Dennoch droht vor allem einem Bayern-Spieler in Quakenbrück ein gellendes Pfeifkonzert: Kapitän Steffen Hamann.(DATENCENTER: Die Playoffs)

Entscheidender Nachteil

Meilwes hat den Nationalspieler als Schuldigen für die Holston-Sperre ausgemacht.

Die Schiedsrichter hätten lediglich "die reflexartige Abwehrbewegung von David Holston auf den Ellenbogenschlag von Steffen Hamann" geahndet.

"David erhält nun eine Strafe, Hamann und Homan bleiben unbehelligt ? ein überaus entscheidender Nachteil für die Artland Dragons in dieser Serie", beschwerte sich der Geschäftsführer.

Hamannsche Theatralik am Pranger

Jared Homan habe Holston ins Gesicht gefasst und den Point Guard damit zusätzlich provoziert.

"Auch die von uns Dragons als unsportliches Verhalten gewertete Theatralik von Steffen Hamann kann nicht nachträglich bestraft werden", ärgert sich der Klub-Manager weiter und bezichtigt damit Hamann der Schauspielerei.

Der FCB-Spielmacher hatte sich nach Holstons Schlag auf dem Hallenboden gewälzt, Schiedsrichter Robert Lottermoser schickte den Amerikaner daraufhin zum Duschen.

Dass Hamann und Homan im Gegensatz zu Holston nicht bestraft wurden, kann Meilwes nicht nachvollziehen: "In diesem Fall wird deutlich, dass Recht und Gerechtigkeit zwei vollkommen unterschiedliche Dinge sein können."

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Lang anhaltende Auswärtsprobleme

Meilwes rückt damit sein Team in die Rolle des zu Unrecht Verurteilten, auch um die 3.000 Fans in der Artland-Arena vollends hinter sich zu bringen.

Dabei sind die Bayern in den BBL-Hallen ohnehin das Feindbild Nummer eins.

Mit dieser Situation kam der Aufsteiger in dieser Saison lange nicht zurecht und verlor neun Auswärtsspiele am Stück.

Bauermann: Druck bei den Dragons

Erst gegen Ende der "Regular Season" gelangen den Münchnern mehrere Erfolge am Stück in der Fremde.

Auch Spiel eins in der "Drachenhölle" entschieden die Bayern mit 82:68 für sich. Deshalb blickt Bauermann zuversichtlich Richtung Spiel drei:

"Der Druck liegt jetzt wieder auf der Heimmannschaft. Da bisher der Heimvorteil in dieser Serie eher ein Heimnachteil war, rechnen wir uns eine gute Chance aus, im Quakenbrücker Hexenkessel erneut erfolgreich zu sein."

Den Gegner nimmt sich der frühere Bundestrainer dabei zum Vorbild: "Artland hat nach der Niederlage in Spiel eins die richtige Antwort gegeben. Es ist jetzt an uns in Spiel drei das Gleiche zu tun."

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