Steffen Hamann wechselte zur Saison 2010/2011 zum FC Bayern München © getty

Vor dem Playoff-Start bei Artland spricht Bayerns Hamann über den Münchner Lauf, Charakterstärke und ein mögliches Triple.

Von Jakob Gajdzik

München - Er ist der Kapitän, Energizer und Dirigent.

Mit 131 Länderspielen ist Point Guard Steffen Hamann eine der Führungskräfte beim FC Bayern, für den es nach einem Stotterstart in der Beko BBL nun richtig rund läuft.

Der Aufsteiger hat im Schlussspurt der Liga zehn der letzten elf Spiele für sich entschieden und damit Position 5 für die Playoffs erobert (DATENCENTER: Die Beko BBL).

Nun geht es gegen den letztjährigen Halbfinalisten Artland Dragons (19.30 Uhr LIVESCORES), der in der Rückrunde eine 70:97-Klatsche bei den Münchnern bezog.

Neuer Charakter bei den "Bauermännern"

Hamann trug Anfang März fünf Punkte und neun Assists bei. Wichtiger als die nackten Zahlen sind ihm aber der Charakter, den die "Bauermänner" entwickelt haben.

Im SPORT1-Interview spricht der 30-Jährige über die Erfolgsserie, die Heimstärke und ein mögliches Triple.

SPORT1: Herr Hamann, die Bayern gehen mit einem beachtlichen Run in die Playoffs, auch die Generalprobe gegen die Eisbären dürfte Ihnen Mut machen...

Steffen Hamann: Den Schwung, den wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben, wollen wir natürlich jetzt in die Playoffs mitnehmen. Dass wir auch in solchen Spielen wie gegen Bremerhaven, in denen es eigentlich um nichts mehr geht, noch solch eine Leistung abrufen können, ist ein gutes Zeichen.

SPORT1: Was sind Ihre Schlüsse aus der regulären Saison?

Hamann: Wir haben auf jeden Fall gesehen, dass wir wieder aufstehen können, wenn wir am Boden liegen. Man darf nicht vergessen, dass wir nach der Hinspielniederlage in Bremerhaven unseren Tiefpunkt erreicht hatten. Das haben wir uns zu Herzen genommen und vor allem in der Rückrunde die Niederlagen wettgemacht, die wir in der Hinrunde auswärts kassiert haben. Wir können insgesamt zufrieden sein. Auch auswärts ist uns das immer mehr gelungen. Wir sind eine charakterstarke Mannschaft.

SPORT1: Wie soll ein Weiterkommen gegen die Artland Dragons gelingen?

Hamann: Wenn wir unseren Basketball spielen, wie gegen Bremerhaven oder in weiten Teilen gegen die Brose Baskets Bamberg, dann brauchen wir uns vor keiner Mannschaft zu verstecken. Ich glaube, wir sind die Mannschaft, gegen die keiner spielen will. Das gilt auch für die Dragons.

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SPORT1: Allerdings haben die Dragons den Heimvorteil - im ersten und gegebenenfalls im entscheidenden Spiel. Wie schwer wiegt der?

Hamann: Um ehrlich zu sein: ich mag es, in der ersten Runde zunächst auswärts anzutreten. Der Druck liegt dann mehr bei der Heimmannschaft. Das kann dann auch schnell nach hinten losgehen, wenn man zu viel will und vielleicht nervös wird. Das müssen wir dann ausnutzen. Mir ist überhaupt nicht bange. Selbst wenn wir das erste Spiel verlieren sollten.

SPORT1: Ist die ungemeine Heimstärke des FC Bayern, der 16 von 17 Spielen zu Hause gewonnen hat, ihr größter Trumpf in den Playoffs?

Hamann: Natürlich, außer gegen ALBA Berlin haben wir alles gewonnen. Das geht aber auch nicht von alleine, wir müssen immer unsere volle Leistung abrufen. Wir wissen unsere Heimstärke zu schätzen.

SPORT1: Im Fußball hat der FC Bayern mit dem DFB-Pokal und der Champions League noch die Chance auf zwei Titel. Wollen die Basketballer mit der Deutschen Meisterschaft nachziehen?

Hamann: Wenn alles gelingt, dann kann der FC Bayern diese Saison das Triple holen (lacht). Aber soweit sind wir noch nicht. Für diese Phrase zahle ich gerne drei Euro, aber das nächste Spiel ist zunächst immer das wichtigste.

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