Bambergs Spielmacher Julius Jenkins (r.) enttäuschte gegen Bonn © imago

Die Brose Baskets verlieren beim Playoff-Auftakt ihren Unbesiegbarkeits-Nimbus. Coach Fleming spricht von einer gerechten Strafe.

Bamberg - Als die Festung gefallen war, stand Chris Fleming nicht der Sinn nach Aufbauarbeit.

"Am Ende des Tages bekommt man, was man verdient", sagte der Trainer der Brose Baskets Bamberg und zog nach dem missglückten Start in die Playoffs nüchtern Bilanz.

Völlig überraschend kassierte der Titelverteidiger in letzter Sekunde ein 74:75 (35:33) gegen die Telekom Baskets Bonn, nach 49 Heimsiegen in Folge setzte es für den Meister erstmals wieder eine Niederlage. (Bericht: Bonn schafft die Sensation)

Serienende stört Fleming nicht

Am 6. Juni 2010 hatten die Bamberger zuletzt auf nationaler Ebene (Bundesliga, Pokal, Champions Cup) in der "Frankenhölle" verloren, jetzt hat der Lauf ein Ende.

Erfolgscoach Fleming ärgerte sich natürlich über den verpatzten Auftakt. Dass der Jubiläumssieg verpasst wurde, interessierte den Amerikaner dagegen überhaupt nicht: "Wir haben die Serie nie thematisiert."

Bamberg verteilt Geschenke

Viel schlimmer als das Ergebnis war die Vorstellung des haushohen Favoriten. Ungewohnt unkonzentriert spielten die Bamberger, reihenweise wurden Geschenke verteilt.

"Wir hatten 18 Ballverluste und haben den Ball schlecht gemanaged. Man darf nicht meckern, wenn man so ein Spiel verliert", sagte Fleming.

Die Ursachenforschung war ziemlich schnell abgeschlossen: "Wir haben uns wegen der Erwartungshaltung sehr unter Druck gesetzt. Ich glaube, dass wir im zweiten Spiel viel ruhiger spielen."

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Titel wird erwartet

Bamberg winkt in der Bundesliga der dritte Titelgewinn in Folge. Nachdem dies im Pokal durch den Finalsieg über Gastgeber Bonn bereits gelungen ist, könnte Bamberg für eine Premiere sorgen. (DATENCENTER: Die Beko BBL)

Nichts anderes als der erneute Gewinn der Meisterschaft wird nicht nur in Franken erwartet, und genau das spielt den Telekom Baskets in die Karten.

"Mannschaft hat Herz gezeigt"

Man habe "etwas weniger Druck als Bamberg" stellte Bonns Trainer Michael Koch nach dem sensationellen Coup fest.

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Sein Team hatte sich erst auf den letzten Drücker das Playoff-Ticket gesichert. Durch einen Sieg im direkten Duell mit den Frankfurt Skyliners, der Mannschaft, die vor knapp zwei Jahren den bis dato letzten Auswärtssieg in Bamberg feierte.

Umso schöner war der Erfolg, und entsprechend stolz war Koch nach der faustdicken Überraschung auf seine Spieler.

"Wir haben es geschafft, immer im Spiel zu bleiben. Die Mannschaft hat Herz gezeigt", sagte der frühere Nationalspieler wenige Minuten nach dem Ende der aufregenden Begegnung.

Tip-in in Schlusssekunde

Mit dem Ertönen der Schlusssirene hatte Jared Jordan per Tip-in das Spiel entschieden.

"Wir haben einen guten Job gemacht, aber am Ende gehört auch Glück dazu, und meine Mannschaft hat es sich mit ihrer Leistung heute verdient", fand Koch. Sein Gegenüber wollte das nicht bestätigen.

"Ich muss ihm widersprechen, es war heute kein Glück", stellte Fleming klar.

Fleming weiter siegessicher

Trotz des unerwarteten Rückschlags hat sich für Bamberg an der Ausgangssituation nur wenig geändert. Der Vorrundensieger bleibt klarer Favorit, nach fünf Tagen Pause geht es am Mittwoch (19.30 Uhr LIVESCORES) auswärts um den Ausgleich.

Bamberg ist fest entschlossen, den Ausrutscher zu korrigieren. "Wir haben in dieser Saison zweimal in Bonn gewonnen. Nächste Woche fahren wir hin, um ein drittes Mal zu gewinnen", kündigte Fleming an: "Wir haben erfahrene Leute. Man kann davon ausgehen, dass wir bereit sind."

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