Jared Jordan (r.) wechselte 2011 von Kolossos Rhodos zu den Telekom Baskets Bonn © imago

Vor Spiel eins gegen Bamberg spricht Bonns Point Guard Jared Jordan bei SPORT1 über die Bonner Chancen und seine Rolle im Team.

Von Florian Pertsch

München - Jared Jordan ist der beste Assistgeber in der diesjährigen Beko BBL-Saison.

Mit durchschnittlich 8,3 Assists setzt der Point Guard der Telekom Baskets Bonn seine Mitspieler bestens ein, ist mit elf Punkten aber auch ein erfolgreicher Scorer.

In den Playoffs gegen die Brose Baskets Bamberg (ab 19.50 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) will Jordan nun das scheinbar Unmögliche schaffen und den Titelverteidiger in der "Best-of-Five"-Serie stürzen.

Im SPORT1-Interview spricht der 27-Jährige über die Final-Serie gegen Bamberg, die Bonner Chancen, seine Rolle im Team und den Abschied von Zvonko Buljan.

SPORT1: Herr Jordan, heute Abend starten die Playoffs und damit Bonns Final-Serie gegen Bamberg. Ist dies auch eine Revanche für das verlorene Pokal-Finale?

Jared Jordan: Natürlich wollten wir den Cup und haben es leider nicht geschafft. Aber nun geht es wieder von vorne los. Wir denken nicht mehr viel über den Pokal nach, wir konzentrieren uns stattdessen auf die Playoffs. Das ist eine Final-Serie, und die wollen wir gewinnen.

SPORT1: Was könnte der Schlüssel zum Sieg in Bamberg sein?

Jordan: Die Bamberger machen zu Hause sehr viele Punkte, spielen eine starke Defense und das Publikum ist richtig laut hier. Wir müssen ans Limit gehen, so gut es geht und dürfen sie nicht zu viele Punkte machen lassen. In einem High-Score-Game haben sie sicher die besseren Karten.

SPORT1: Nicht zu viele Punkte auf der einen Seite, auf der anderen geht es gegen Anton Gavel, den besten Verteidiger der Saison. Wurde speziell trainiert, um erfolgreich gegen diese starke Defensive zu spielen?

Jordan: Nein, das nicht. Er ist der beste Defensiv-Spieler der Liga. Ich habe vor zwei Jahren gegen ihn gespielt und in diesem Jahr auch einige Male. Ich habe großen Respekt vor ihm und seiner Spielweise. Er spielt immer mit viel Körpereinsatz und sehr hart. Aber es ist ein Wettbewerb, in dem er spielt und ich auch. Man muss einfach ins Spiel gehen und dagegenhalten.

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SPORT1: Wie wichtig sind Sie als Scorer für Bonn?

Jordan: Ich glaube, wir spielen besser, wenn ich nicht so viele Punkte machen muss, sondern meine Mitspieler besser einsetzen kann. Aber ich weiß, dass unsere Gegner versuchen werden, meine Pässe zu unterbinden und mich damit zwingen, selbst mehr zu werfen. Ich muss also herausfinden, was sie vorhaben und es dann anders lösen.

SPORT1: Werden die Bamberger Sie möglicherweise doppeln? Oder wird es vielleicht eine spezielle Verteidigung gegen Sie geben?

Jordan: Nein, ich denke, sie haben ihre Vorgaben in den Pick-and-Roll-Situationen. Sie werden so verteidigen, wie sie das immer tun (DATENCENTER: Die Beko BBL).

SPORT1: Wie weit kann es für Bonn in den Playoffs gehen?

Jordan: Ich denke, wir können die Serie gewinnen. Nicht viele Leute erwarten das und es wird sehr schwer. Die Bamberger haben 49 Spiele in Folge zu Hause nicht verloren. Aber in den Playoffs kann alles passieren. Wir haben nicht viel zu verlieren, können frei aufspielen und Spaß haben. Das ist unsere Chance.

SPORT1: Bambergs Manager sprach zuletzt von einer "Erfolgs-Selbstverständlichkeit" im Umfeld. Glauben Sie das? Könnte das Auswirkungen auf die Playoff-Partien haben?

Jordan: Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, er hat das nur gesagt, um seine Jungs etwas zu motivieren. Sie haben 30 von 34 Partien gewonnen, dazu den Pokal. Es sieht also so aus, dass sie einen wirklich guten Job machen und für jedes Spiel sehr gut vorbereitet sind. Sie wissen, worum es geht, werden gut trainiert. Ich denke, sie sind bereit (VORSCHAU: Größenwahn-Sorgen bei Bamberg).

SPORT1: Denken Sie, dass Bambergs Bank der wichtigste Faktor ihres Erfolges ist?

Jordan: Ich denke, das hilft ihnen sehr. Ihre Starting Five ist sehr gut, aber wenn du dann noch vier starke Spieler bringen kannst, ist das natürlich sehr hilfreich und wichtig für sie.

SPORT1: Noch kurz zu Zvonko Buljan...

Jordan: Ich will nicht schlecht darüber reden. Aber das Beste, als er gegangen ist, war, dass unser Team näher zusammen gerückt ist. Das war sehr wichtig für uns. Aber er ist aber ein toller Spieler, und unsere Optionen auf den Big Positions sind nun nicht gerade groß.

SPORT1: Hätte das Team die Saison ohne ihn erfolgreicher gestalten können?

Jordan: Nein, so würde ich das nicht sagen. Er hat gute Spiele gemacht, uns viel geholfen und ein paar für uns gewonnen. Ich weiß nicht, ob wir ohne ihn besser gewesen wären.

SPORT1: Abgesehen davon, dass Sie als Team näher zusammengerutscht sind, hat sich Bonns Spiel ohne Buljan verändert?

Jordan: Nein, das würde ich nicht sagen. Tony bekommt nun etwas mehr Spielanteile auf der Vierer-Position. Aber sonst hat sich nicht viel verändert.

SPORT1: Letzte Frage: Gibt es schon Pläne für die kommende Saison?

Jordan: Ich habe auch im nächsten Jahr einen Vertrag hier in Bonn. Also werde ich nächste Saison wiederkommen.

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