Marcus Slaughter (r.) kam in der Hauptrunde der Beko BBL auf 9,7 Punkte im Schnitt © imago

Vor den Playoffs kämpft Favorit Bamberg mit einem hohen Erwartungsdruck. Es winkt eine bislang einmalige Serie.

München - Chris Fleming kennt das alles nur zu gut.

Die Rolle als Favorit, die Stellung als unumstrittene Nummer eins und die damit untrennbar verbundene Erwartungshaltung.

Immer wieder muss der Trainer seine erfolgsverwöhnten Brose Baskets Bamberg auf dem Boden halten, immer wieder den Blick neu schärfen. Und der Amerikaner weiß, wie das geht.

Seine Bilanz spricht für sich. Schon allein deshalb darf Flemings Prognose vor dem ersten Spiel des Playoff-Viertelfinales der Beko BBL gegen die Telekom Baskets Bonn am Donnerstag (19.50 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) als Warnung an die gesamte Bundesliga-Konkurrenz verstanden werden: "Wir werden den Gegner sicher nicht unterschätzen."

Gewackelt, aber nie gefallen

Ab und zu haben die Bamberger unter Fleming mal gewackelt, gefallen sind sie in den vergangenen drei Jahren nie. Wenn es gilt, sind die Franken in schöner Regelmäßigkeit da.

Manager Wolfgang Heyder ist davon überzeugt, dass sich dies nicht ändern wird. "Wir haben Spieler im Team, die immer wissen, was zu tun ist um zu gewinnen. Die Mannschaft weiß, um was es geht", sagt der 55-Jährige.

Wenn überhaupt, sieht Heyder Probleme eher außerhalb der Kabine: "Ich habe, ehrlich gesagt, größere Bedenken, was das Umfeld betrifft, denn es macht sich eine gewisse Stimmung der Erfolgs-Selbstverständlichkeit breit."

Wie ALBA und Bayer

Die Ursache dafür ist klar, Bamberg dominiert den deutschen Basketball in einer Art und Weise, wie es früher ALBA Berlin oder Bayer Leverkusen getan haben. Lediglich diesen beiden Klubs ist es in der Liga gelungen, dreimal nacheinander den Titel zu holen, jetzt winkt auch den Franken ein solcher "Threepeat".

Doch für Bamberg geht es sogar um noch mehr. Da dem Team um Stars wie P.J. Tucker, Casey Jacobsen oder Anton Gavel das Kunststück im Pokal bereits gelungen ist, winkt den Brose Baskets sogar ein "Triple-Double". Und das wäre eine Premiere.

[kaltura id="0_7nzcqgf8" class="full_size" title="Bonn schnappt sich letztes Playoff Ticket"]

Auf dem Weg zum angestrebten fünften Meistertitel heißt die erste Hürde Bonn. Der Gegner ist ein guter Bekannter, schließlich standen sich beide Mannschaften erst vor etwas mehr als fünf Wochen im Pokalfinale gegenüber.

Trotz des Heimvorteils konnte der fünfmalige Vizemeister dem Team aus "Freak City" kein Bein stellen, auch die beiden Duelle in der Liga gingen verloren. (DATENCENTER: Die Beko BBL)

Koch will sich wehren

Trainer Michael Koch nimmt die Außenseiterrolle an, will sich aber mit allen Mitteln gegen das vorgezeichnete Aus wehren: "Auch für Bamberg gilt: Keine Chance - das gibt es nicht."

Es wäre eine Sensation, wenn Bonn den Titelfavoriten stürzen könnte. Als Stolperstein kommen aber eher andere Mannschaften in Frage. ALBA Berlin, dem Überraschunsteam ratiopharm Ulm und Aufsteiger Bayern München ist ein Coup gegen den Vorrundensieger am ehesten zuzutrauen.

Zum Duell mit Bamberg kommt es für Berlin, Tabellendritter der Vorrunde, und Ulm (2.) aber frühestens im Finale. Den Bayern (5.) droht der Primus schon eine Runde früher.

Berlin gegen starken Aufsteiger

Bevor es so weit ist, müssen die Herausforderer aber erst ihre eigenen Hausaufgaben machen. Die heimstarken Berliner treffen ab Sonntag (18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in der ersten Runde auf Bundesliga-Rückkehrer s.Oliver Baskets Würzburg (6.).

Ulm spielt schon ab Samstag (19.00 Uhr) gegen die Phantoms Braunschweig (7.), die Bayern müssen kurz darauf (20.00) auswärts bei den Artland Dragons (4.) bestehen.

Fleming erwartet umkämpfte Spiele

Maximal fünf Partien finden in jeder Serie statt. Wer dreimal gewinnt, kommt weiter. Jede Niederlage ist teuer, Fleming richtet sich darum schon vor dem ersten Tip-off auf umkämpfte Spiele ein. "Es sind Playoffs. Das alleine sorgt schon für eine viel höhere Intensität", weiß der Erfolgscoach.

Fleming ist sich sicher, dass der Titelverteidiger nicht an sich selbst scheitern wird:

"Wir haben in den vergangenen Jahren sehr großen Erfolg damit gehabt, uns auf jeden unserer Gegner fokussiert vorzubereiten. Und das wird in diesem Jahr nicht anders sein."

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