Stephan Baeck wundert sich über den desolaten Auftritt der Artländer gegen Ulm. Von Coach Leibenath ist er begeistert.

Hallo Basketball-Freunde,

Es hätte ein Spiel sein können, das viele Geschichten erzählt - viele hofften auf einen Knüller.

Der Tabellenzweite der Beko BBL ratiopharm Ulm ist zu Gast in der Drachenhöhle in Artland. Einer der besten Big Man - John Bryant - auf Ulmer Seite gegen den vielleicht besten Guard und mit 170 cm kleinstem Spieler der Liga - David Holston - von den Artland Dragons.

Das erste Viertel beginnt und ?. endet 28:4 für die Gäste aus Ulm. Unfassbar, das Topspiel ist vorbei, bevor es eigentlich richtig angefangen hat.

Zu desolat, zu müde und ohne Energie präsentieren sich die Dragons, um den Ulmern ein ernsthafter Gegner zu sein. Allein zu Beginn der zweiten Halbzeit spielt Artland mit dem Elan und der Energie, die wir von einem Heimteam gewohnt sind.

Aber zu spät, die Ulmer agieren mittlerweile zu souverän und mit zu viel Selbstvertrauen. Das Spiel wird leider nicht mehr spannend. Vor allem Isaiah Swann trifft aus allen Lagen.

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Trainer Stefan Koch hatte schon vor der Partie das niedrige Energielevel seines Teams und die vielen verletzten oder angeschlagenen Spieler moniert.

Aber dass sich sein Team so unkonzentriert in einem so wichtigen Duell präsentiert, das auch Statement für die bald startenden Playoffs sein soll, noch dazu vor heimischen Publikum, das hat auch er sicher nicht erwartet.

Umso angenehmer natürlich für Ulm-Coach Torsten Leibenath, der gerade in Quakenbrück seinen Kritikern zeigen konnte, dass er sehr wohl in der Lage ist, ein junges und ambitioniertesTeam in die Playoffs zu führen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Für Leibenath war es ja eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Genugtuung habe ich aber keine bemerkt. Ganz im Gegenteil, er hat das sehr cool, bescheiden und korrekt kommentiert und ist damit seiner Linie treu geblieben. Er macht sich über die Playoffs keine Gedanken, denkt von Spiel zu Spiel und fährt damit sehr gut.

Überhaupt reden beide Trainer mit sehr viel Respekt übereinander. Für Koch ist Leibenath ein heißer Kandidat für den Titel "Trainer der Saison". Ich sehe das ähnlich. Er macht in Ulm einen sehr guten Job. Er kam ohne große Erfolge aus Quakenbrück und führt nun eine junge Mannschaft in die Playoffs. Dem zolle ich großen Respekt.

Aber auch die Arbeit von Chris Fleming in Bamberg verdient erneut allergrößten Respekt.

Auch in dieser Saison hat er es geschafft, die Mannschaft seine Linie, seinen Stil spielen zu lassen. Ich sehe in der Liga keine Mannschaft, die so konsequent und kontinuierlich auf so hohem Niveau agiert wie Bamberg.

Er hat es geschafft, jeden Spieler zum Wohle der Mannschaft die ihm zugedachte Rolle perfekt spielen zu lassen. Darüber hinaus wirkt das Team immer noch extrem hungrig und bereit für die großen Duelle. Für mich spiegelt keine Mannschaft die Handschrift des Trainers so sehr wider wie Bamberg - und das mit großem Erfolg.

Das andere "besondere Spiel" des Spieltages fand in Hagen statt.

Dort konnten die Bayern endlich an ihrer desaströsen Auswärtsbilanz von 10 Niederlagen aus 11 Spielen arbeiten und die Hagener auswärts bezwingen. Dies könnte den Knoten zum Platzen gebracht haben und für Entspannung der mittlerweile doch nervös wirkenden Bayern gesorgt haben. Es gilt nun diesen so wichtigen Sieg für Ego und Selbstvertrauen zu bestätigen.

Die Bayern sind den ersten Schritt gegangen, der zweite muss nun folgen.

In diesem Sinne, NEXXT!

Stephan Baeck

Stephan Baeck, 46, erzielte in 133 Länderspielen 1210 Punkte für Deutschland und wurde 1993 in einem dramatischen Finale gegen Russland Europameister. Der Shooting Guard holte zudem drei Meistertitel mit Bayer 04 Leverkusen, zwei mit dem BSC Saturn Köln und einen mit ALBA Berlin. Mit den "Albatrossen" gewann er 1995 zudem den Korac-Cup. Von 2000 bis 2009 arbeitete Stephan Baeck als Geschäftsführer, Sportdirektor und Head Coach für das Kölner Bundesliga-Team und führte es zu drei Pokalsiegen und zum Meistertitel 2006.

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