Christopher McNaughton (r.) gewann 2010 mit der BG Göttingen die EuroChallenge © getty

Eisbären-Center Chris McNaughton fordert bei SPORT1 im Kampf um die begehrten Playoff-Plätze vollen Einsatz. Gegen ALBA zählt's.

Von Johanna Herdejost

München - Mit jedem noch ausstehenden Spieltag der Beko BBL steigt die Spannung spürbar.

Im Kampf um die Playoff-Plätze befinden sich aktuell zehn Mannschaften, den Atem des Verfolgers kann jedes dieser Teams im Nacken spüren.

"Die Tabellensituation ist so eng, dass man sich einfach keine Ausrutscher erlauben kann", erklärt Chris McNaughton, Nationalspieler und Center in Diensten der Eisbären Bremerhaven im Gespräch mit SPORT1.

Der 29-Jährige steht mit den Eisbären auf dem sechsten Platz. Das Team könnte mit einem Sieg gegen ALBA Berlin am Samstag (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) den Verfolgern entwischen und sich etwas Luft verschaffen.

Denn auf Rang zehn haben die Nordlichter nur einen Sieg Vorsprung und ausgerechnet jetzt muss die Mannschaft von Cheftrainer Douglas Spreadley zu den seit fünf Spielen ungeschlagenen Berlinern reisen.

"Hohe Intensität"

ALBA verabschiedete sich unter der Woche bei ihrem letzten (und sportlich bedeutungslosen) Spiel gegen Lokomotiv Kasan aus dem Eurocup (Bericht).

Doch McNaughton glaubt deshalb nicht an größere Siegchancen aufgrund der Doppelbelastung der Hauptstädter, denn "Berlin ist so eine erfahrene Mannschaft, dass sie das wegstecken können."

Überhaupt ist sich der 2,11-Mann sicher, dass das eigene Team zur Höchstform auflaufen muss, um einen Erfolg wie das spannende 71:69 aus dem Hinspiel in der O2 Arena wiederholen zu können (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir müssen über 40 Minuten mit hoher Intensität spielen, vor allem in der Verteidigung. In den letzten Wochen haben wir diese Intensität teilweise nicht konstant aufrecht erhalten können, das wollen wir in Berlin besser machen", gibt sich der gebürtige Nürnberger kämpferisch.

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Verbesserte Werte

Dabei kann er mit seinen Statistik-Werten, die er in seiner ersten Saison an der Nordsee auflegt, durchaus zufrieden sein.

In gut 24 Minuten kommt McNaughton auf elf Punkte und fünf Rebounds und hat sich damit in allen Punkten gegenüber seiner letzten Saison bei den EWE Baskets Oldenburg verbessert.

"Zurückblickend war der Wechsel sehr positiv. Es macht natürlich unheimlich Spaß, in Bremerhaven mehr Spielpraxis zu bekommen und mehr Verantwortung übernehmen zu können", erklärt McNaughton seine Entscheidung.

Torin Francis angeschlagen

Beim Hauptstadtklub könnte es auf der Center-Position erneut dünn werden. Cheftrainer Gordon Herbert verzichtete in Russland auf Torin Francis, der aufgrund einer Fußprellung und einer Angina passen musste.

Nationalspieler Yassin Idbihi kehrte erst kürzlich von seiner Verletzungspause zurück und hat noch nicht wieder zu alter Stärke gefunden. Eigentlich eine Situation, die dem Bremerhavener Frontcourt zugutekommen könnte, doch McNaughton wiegelt ab:

"Man darf ALBA nie unterschätzen. Derrick Allen ist sehr beweglich und kann auch auf der Fünf spielen, gegen ihn gibt es dann Match-Up-Probleme, deshalb gleicht sich am Ende alles wieder aus."

Teamplay am wichtigsten

Als "Oldie" im jungen Team der Eisbären (Durchschnittsalter 23,6 Jahre) wäre es dann an McNaughton, dem wendigen und gewieften Allen mit seiner Erfahrung Paroli zu bieten.

Denn nach seinem Abschluss an der Bucknell University hat der Hüne zwei Stationen in Spanien durchlaufen, bevor er 2009 zu Göttingen in die Bundesliga wechselte.

Die eigenen Kenntnisse will McNaughton jedoch nicht allzu sehr in den Vordergrund stellen, denn der wichtigste Schlüssel zum Erfolg sei ein funktionierendes Team. "Unsere Waffe ist die Ausgeglichenheit", erklärt er:

"Wir haben keinen alleinigen Topscorer oder jemanden, der überdurchschnittlich viele Würfe nimmt. Deshalb ist es für jeden Gegner schwer, sich auf uns einzustellen."

Torrell Martin vor Rückkehr

Der Kader des Tabellen-Sechsten wird in Berlin zusätzliche Tiefe bekommen. Torrell Martin, zuverlässigster Punktelieferant des Nord-Klubs, steht nach elfwöchiger Verletzungspause wegen eines Risses im rechten Außenmeniskus vor seiner Rückkehr in den Profi-Betrieb.

Beim 73:64 gegen den TBB Trier wärmte sich der sprunggewaltige Shooting Guard bereits mit der Mannschaft auf, auf seine Einwechslung verzichtete Trainer Spreadley allerdings noch. Auf Seiten der Berliner wird der griechische Neuzugang Ioannis Kalampokis im Dress der "Albatrosse" debütieren.

Großes Ziel im Blick

Ein Sieg gegen Berlin würde Bremerhaven dem Playoff-Ticket einen Schritt näher bringen.

"Für uns geht es darum, dass wir überhaupt in die Playoffs einziehen. Das große Ziel Meisterschaft steht deshalb zunächst hinten an", erklärt McNaughton. Doch er weiß: "Wenn wir unter die besten Acht kommen, ist alles möglich" ? das Rennen ist in vollem Gange.

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