München - Raymond van Barneveld wirft Phil Taylor aus dem Turnier, glaubt aber noch nicht an dessen endgültiges WM-Ende. Taylor selbst schweigt, Toni Kroos lobt.

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Jahr für Jahr sind die Fans von Phil Taylor bei der Darts-WM lauthals zu hören. Sie besingen das "Taylor Wonderland", um ihren Helden zu huldigen. Mit dieser Unterstützung krönte sich "The Power" mit 16 Triumphen zum Rekord-Weltmeister.

Doch im Wunderland könnte nun der letzte Vorhang gefallen sein. Denn die Niederlage gegen Raymond van Barneveld im Viertelfinale inklusive Demütigung könnte das 130. und letzte WM-Match für den 56-Jährigen gewesen sein.

Im Jahr 2014 hatte Taylor verlauten lassen, in den "nächsten zwei bis drei Jahren" zurücktreten zu wollen. Vor dem diesjährigen Turnier deutete Taylor an, dass 2017 sein letztes Jahr als Profi sein könnte, nachdem er zuvor bereits betont hatte, im kommenden Jahr kürzerzutreten. 

Barney glaubt nicht an WM-Ende

"Ich will das jetzt alles genießen und es langsamer angehen", sagte Taylor bei PDC.TV. "Der Spielplan ist voller und das Reisen fällt mir schwerer, aber das ist seit 25 Jahren mein Leben. Ich will mich im Herbst meiner Karriere entspannen und mein Leben genießen."

Nach dem Aus bei der diesjährigen WM brachte Taylor wenig Licht ins Dunkel, denn der Engländer äußerte sich nicht - im Gegensatz zu van Barneveld. Sein Bezwinger glaubt noch nicht, dass es Taylors letztes WM-Spiel war.

"Ich weiß zwar nicht, was dieses Resultat über Nacht mit ihm macht, aber ich glaube nicht", sagte van Barneveld bei SPORT1: "Er ist weiter beteiligt, solange er im Ranking-System ist. Er wird die TV-Turniere noch spielen, das hat er mir gesagt. Nächstes Jahr wird er bei der WM sein."

Kroos lobt Taylor

So oder so: Taylor bleibt der größte Darts-Spieler aller Zeiten - das weiß auch Fußballer Toni Kroos. "Du hast immer noch die Power", lobte Kroos.

Die großen Tage der Darts-Ikone gehören aber der Vergangenheit an. 2015 blieb Taylor nach der WM-Finalniederlage gegen Gary Anderson ohne großen Titel, 2016 reichte es immerhin zu Siegen bei der Champions League of Darts, dem Sydney Darts Masters und dem World Cup of Darts an der Seite von Adrian Lewis.

In der Weltrangliste ist Taylor auf den vierten Rang abgerutscht. Die Scoring-Power von Anderson oder Michael van Gerwen kann er nicht mehr mitgehen.

Der Glanz im Taylor-Wonderland ist verflogen. Ob zunächst nur für ein Jahr oder für immer, weiß aktuell wohl nur Taylor selbst.

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